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Sonntag, 14. Juni 2009

Berlin

Als es am Freitag etwas stressig wurde nach der Arbeit, weil ich meinen Laptop noch aktualisieren, anschließend nach Hause und noch ein bisschen packen musste, um keine Stunde später zum Bahnhof zu radeln, wo Steph und ich uns mit unserer Mitfahrgelegenheit trafen, ahnte ich noch nicht, was es für ein tolles Wochenende werden würde.
Anlass unseres kleinen Ausflugs in die Hauptstadt war die World Series of Snooker, die 2008 von John Higgins, dem Snooker-Weltmeister 2009, ins Leben gerufen wurde und zum zweiten Mal in Berlin gastierte. Sie gehört nicht zur Main Tour, sondern ist eine sogenannte Exhibition, bei der Snookerfans mal die Gelegenheit haben ihren Stars etwas näher zu sein und die jeweils nationalen Noch-Amateure gegen ihre Vorbilder spielen können.
Wir erwischten einen Tag, an dem uns wirklich alles geboten wurde. Das fing mit dem Match Mark "The Chester from Lester" Selby gegen Shaun "The Magician" Murphy an, das mehr Unterhaltung als echten Snookersport bot - danke dafür, mein Zwerchfell hat sich gefreut - ging weiter mit dem großartigen Duell von "The Rocket" Ronnie O'Sullivan gegen den Altmeister Steve Davis, setzte sich mit Speedsnooker fort und hörte mit Trickshots auf.
Als das Spektakel zu Ende war, war es schon kurz vor Mitternacht. So viele Stunden dort verbringen zu dürfen hatten Steph und ich nicht erwartet, weswegen wir auch keine Jacken dabei hatten - Fehler!
Aber der Abend hat sich wirklich gelohnt, allein die Paarung Selby vs. Murphy ist ihr Geld wert gewesen. Witzbolde, wie die beiden sind, haben sie es sich nicht nehmen lassen weder den Schiedsrichter zu ärgern, gegen die Snookerregeln zu verstoßen (normalerweise gehört mindestens ein Fuß auf den Boden, die zwei saßen dann schon regelrecht auf dem Tisch teilweise) noch sich ins Publikum zu setzen oder sich Kameras zu krallen und wild drauf los zu knipsen. Sehr sympathisch und bodenständig, hat mir gut gefallen.
Gegen 0.45 Uhr waren wir dann mal in unserer Ferienwohnung zurück. Selbige fiel übrigens größer aus, als erwartet. Weil einem Rollstuhlfahrer unsere reservierte Wohnung im Erdgeschoss zugeteilt worden war, bekamen wir eine Vier-Zimmer-Wohnung mit drei Zimmern, die alle ein Wohnzimmer sein können hätten und einem kleineren. Party machen hätte sich also wirklich gelohnt, wir hatten neben unserem Bett noch fünf oder sechs weitere Schlafmöglichkeiten zur Verfügung.
Und wie es so zu einer schönen Tradition geworden ist, hab ich dann samstags noch auf dem Ku'damm im exotischsten Schokoladen-Laden, den ich kenne, kleine Souvenirs für meine Familie mitgebracht. Meiner Ma kaufe ich dort traditionell Pfeffer-Schokolade, weil sie wirklich alles mit Pfeffer würzt und die Schoki die letzten Male immer super bei ihr angekommen ist. Und ihrem Freund Mathias hab ich seinen Wunsch nach Ingwer-Schokolade erfüllt. Mich selber hab ich mit Schokolade nach Zimt schmeckend beglückt.
Berlin ist schon immer was Besonderes...
In sechs Monaten und zwei Wochen seh ich es wieder!

Samstag, 17. Januar 2009

Fantastisch vs. Wahnsinn

Oh Mann, was war das für eine Partie! Da hat Stephen Maguire den armen Neil Robertson ganz schön ausgenommen.
Im gestrigen Viertelfinale der World Snooker Main Tour 2008/2009 Masters in London trafen die beiden aufeinander und lieferten einzigartigen Snookersport ab. Der beste Beweis dafür sind die fünf Centuries (!) in Folge gewesen.
Maguire drehte dann in den letzten zwei Frames dermaßen auf, dass Robertson keine Gelegenheit mehr hatte an den Tisch zurückzukommen. Dafür waren das Breakbuilding und Lochspiel seines Gegners einfach zu gut.
Der Weltranglistenzweite im Provisional Ranking ließ keinen Zweifel an seiner derzeitigen Stärke, sodass Robertson, immer noch Galgenhumor bewahrend, nur noch grinsend das weiße Handtuch auf dem Queue als Zeichen der Kapitulation schwenken konnte.
Schade, dass es in jedem Match einen Verlierer geben muss. Hier hätte es definitiv keinen geben dürfen, schließe ich mich Rolf Kalbs Aussage an.

Sonntag, 16. November 2008

Der erste und neue Bahrain Snooker Champion

Im gestrigen Finale der erstmalig stattfindenden Bahrain Championship mussten die Snookerspieler Matthew Stevenson und Neil Robertson, zwei meiner Favoriten, mal wieder Nerven beweisen.
Der Gewinn bestand aus einer Trophäe sowie einem mit umgerechnet 60.000€ dotierten Scheck.
Nachdem der Australier im ersten Frame der zweiten Session seine Führung auf 5:3 ausbaute, was nicht zuletzt der Tatsache geschuldet war, dass der unter Druck stehende Stevenson ein paar entscheidende Fehler machte, blieb Stevens schon beim Anstoß zum nächsten Frame - dem ersten ohne ein 50er Break - an der blauen Kugel hängen, was normalerweise nicht passieren darf - ein weiteres Zeichen dafür, dass er unter großem Druck stand.
Doch dann fand er durch gutes und kontinuierliches Breakbuilding allmählich wieder ins Spiel zurück. Dadurch konnte er wieder zu einem 5:4 aufschließen.
Neil Robertson dagegen machte seinem Spitznamen "The Melbourne Machine" von Anfang an alle Ehre und zeigte Mut, indem er mehrere riskante Longshots spielte, aber auch er machte Fehler; denn anders wäre es nicht zum Ausgleich durch seinen Gegner gekommen. Matthew Stevens hat Neil Robertson das Leben dann doch noch ziemlich schwer gemacht.
Da es nun langsam auf die finalen Frames zuging, wurde das Spiel in seiner Geschwindigkeit etwas gebremst. Die zwei ließen sich nicht nur mehr Zeit bei ihren Breaks, sondern fingen dann auch an auf Safety zu spielen, während sie vorher unerbittlich eingelocht hatten; zumal die Situationen immer vertrackter wurden und die Spieler schon über vier Stunden den Snookerkampf ausfochten.
Nun, im Endeffekt ist Neil Robertson der glückliche Sieger geworden, aber ich hab beiden die Daumen gedrückt!