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Donnerstag, 23. September 2010

Déjà Vu

Wenn ich morgen meinen ersten Mietvertrag unterschreibe und die Wohnung Anfang Oktober übergeben bekomme und ein paar Tage später einziehe, weiß ich schon genau, welches Gefühl ich dabei empfinden werde.
Es wird genauso sein wie damals, als ich in Dresden mein Studium anfing und Papa mir beim Umzug geholfen und mich hingefahren hat. Es war genau, nachdem ich meine Führerscheinprüfung abgelegt hatte, und in diesem Zusammenhang blieb mir übrigens auch nichts anderes übrig, als sie zu bestehen.
Erstmal hat er mich natürlich auf die übliche Weise beschimpft, nachdem ich ihn zielgerichtet zum Wohnheim lotste, aber vergessen hatte, dass wir ja zuerst zum Studentenwerk mussten, um Mietvertrag und Schlüssel abzuholen. Und dann in meiner damals zukünftigen Bleibe angekommen, war alles ganz neu. Das Zimmer war für zwei Personen gedacht, aber die Kommilitonin, die es bis dahin bewohnt hatte, war schon fast mit ihrem Studium fertig und ließ sich nur noch sporadisch blicken.
Ungefähr eine Stunde war Papa dann noch da. Als er mich "verließ", hab ich nur gedacht: 'Lass mich nicht allein, bitte lass mich in dieser großen unbekannten Stadt mit all dem Neuen und Unbekannten nicht allein'. Puh, ein völlig fremdes Gefühl...
Ich wusste noch gar nicht, was mich erwartet, und mit dieser neu gewonnen Freiheit, die ich in diesem Moment eigentlich gar nicht haben wollte, konnte ich noch nicht recht umgehen.
Aber ich weiß noch, dass mein erster Plan dann war, die SLUB zu entdecken, die Universitätsbibiliothek. Und als ich sie betrat, das weiß ich noch genau, blieb mir vor Staunen der Mund offen stehen. Sowas Großes und Mächtiges hatte ich noch nie gesehen...
Und so wird es mir wohl bald nochmal gehen. DER nächste Schritt ins eigene Leben. Eine Entwicklung, die man bewusst erlebt und deren Bedeutung man sich nur langsam klar wird. Ich werde bald meine erste EIGENE Wohnung haben!
Wow!

Montag, 27. Juli 2009

Neue Perspektiven

Ich weiß gerade nicht so recht, was ich davon halten soll.
Bisher hab ich meinen Seelenverwandten, im Klartext meinen Ex-Freund, mit dem ich von Oktober 2005 bis März 2006 zusammen war, immer durch eine rosarote Brille und damit wohl nur schwerlich seine Fehler gesehen. Natürlich hab ich mir meinen Kopf über bestimmte Verhaltensweisen von ihm zerbrochen, und bin hinter manches einfach nie gestiegen; aber wenn man eines Abends mit einem anderen, deutlich objektiveren Mann darüber spricht, wird einem vieles klarer.
Denkt man zumindest.
Denn bisher hat man DEN Menschen, den man immer als sein zweites Ich betrachtet hat, doch so gut gekannt. Und plötzlich gerät das alles ins Schwanken, weil ein anderer das alles mit ein bisschen mehr Abstand in Frage stellt und gute Argumente vorzubringen weiß.
Und jetzt schwebt einfach nur ein riesengroßes Fragezeichen über meinem Kopf.
Hat er die ganze Zeit eine Maske getragen?
Ist er in Wahrheit genauso berechnend, wie ich ihm manches verschweige?
Und wenn ja, was für eine seltsame Ironie wäre es dann, dass wir einander täuschen und den anderen so sehr im Unklaren über die Wahrheit lassen?
Alles ist gerade so schwammig. Ich hoffe in nächster Zeit wieder zu mehr Klarheit zu gelangen.

Dienstag, 21. April 2009

Jung und alt

Ungefähr einmal monatlich verteilen mein Pate und ich in verschiedenen kirchlichen, karitativen und pflegebezogenen Einrichtungen den sogenannten Tipp des Monats. Darin wird auf ein aktuelles Problem hingewiesen, das unter Umständen auch die Versicherungen der Leute betrifft.
Heute war's wieder soweit.
Das erste Pflegeheim, das wir heute aufgesucht haben, ist für mich leider auch immer das am wenigsten erträgliche.
In manchen Etagen riecht man förmlich die Pflegebedürftigkeit, und das ist ein unangenehmer Geruch, weil er so an Urin erinnert. An den einzelnen Zimmern stehen die Namen der Pflegebedürftigen, und da ich recht regelmäßig dort bin, sehe ich dann auch, wer immer noch dort wohnt oder wo vielleicht schon wieder jemand anderes eingezogen ist. In solchen Momenten wird mir bewusst, wie gut ich's als junger Mensch noch hab, wie weit weg meine eigene Sterblichkeit noch zu sein scheint, aber dass auch ich eines Tages auf Hilfe angewiesen sein werde.
An sich stört mich dieser Gedanke gar nicht besonders, aber wenn auf einmal eine alte Dame im Rollstuhl hinter meinem Paten und mir her ruft, dass wir bitte warten sollen, weil sie auch nach draußen und nach Hause möchte, trifft einen das schon. Vor allem, wenn man einen der Pfleger dann noch sagen hört, dass das nun ihr Zuhause ist...
Nicht auszudenken, was passiert, wenn ich eines Tages dement werden sollte. Ich hoffe es nicht, aber was ich heute erlebt hab, lässt mir schon ein bisschen die Adern gefrieren.

Freitag, 9. Januar 2009

Gewichtige Probleme

In mir reift immer mehr der Wunsch danach endlich eine eigene Wohnung zu haben. Ma und ich haben zwar im Moment keinen größeren Stress miteinander, aber es geht mir doch ziemlich auf die Nerven, dass sie so oft versucht mich zu etwas zu machen, wie sie es gern hätte.
Das fängt bei der Namensänderung an, indem sie ständig nachhakt, wie es da läuft, und hört bei meiner Figur auf, was das nervigste Thema an dem Ganzen ist.
Jetzt, wo Weihnachten vorbei sei, solle ich doch endlich wieder mehr Sport treiben, mich auf den Hometrainer stellen, was für die Arme, den Bauch und was weiß ich noch alles machen. Sie hätte halt gern eine Tochter, die schön aussieht.
Spricht da nicht verdammt viel Oberflächlichkeit heraus?
Nur, weil sie sich jeden Tag auf ihre Waage stellt und jedes Gramm zu viel wieder abtrainieren will, muss ich doch noch lange nicht so ticken. Und wieso muss sie mir ihre Denkweise so aufzwingen?
Was ist denn, wenn ich mich so wohl fühle, wie ich bin?
Mal abgesehen davon, dass das auch nicht immer der Fall ist, aber es gibt Kerle, denen ich so durchaus gefalle.
Ich will doch sowieso wieder ein bisschen was machen. Wöchentlich schwimmen gehen, Situps, das mit den Liegestützen funktioniert einarmig leider noch nicht besonders gut. Also wieso muss es dann unbedingt der Hometrainer sein?
Und wieso muss sie das leidige Thema jeden verdammten Tag wieder ansprechen?
Ich hab schon gesagt, dass es mir eines Tages zum einen Ohr rein und zum anderen raus gehen wird. Und während ich das schreibe, tut es mir irgendwie auch Leid, dass ich mich so über sie ärgere, und bekomm ein schlechtes Gewissen.
Aber kann sie mich nicht einfach auch mit ein paar kg mehr lieben?
Ist das so schwer?

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Das Lächeln der Sterne

Achtung, hier wird gespoilert! Wer den Film noch sehen will, sollte nicht weiterlesen!
Heute war nach anderthalb Monaten mal wieder CineLady angesagt. Sind zu viert dort gewesen: Steph, Juliane - meine Klassenkameradin - ihre Ma und ich. Natürlich drehte sich das Thema wieder um die Liebe.
Adrienne lebt in Trennung von ihrem Mann, was ihre Kinder nicht wirklich verkraften. Während er mit den Beiden eine Reise nach Orlando unternimmt, soll sie auf das Strandhotel ihrer Freundin aufpassen. Normalerweise ist um diese Jahreszeit nichts mehr los, aber ein Gast hat sich doch angekündigt, der sogar bereit ist das Doppelte für die Übernachtungen zu zahlen. (Als Richard Gere das erste Mal im Film zu sehen ist, seufzt der halbe Kinosaal reflexartig auf - danach hört man nur noch Gelächter.)
Adrienne und Paul beginnen sich einander ihre Probleme anzuvertrauen, während sich ein Unheil in Form eines Hurricanes ankündigt. Aus der anfänglichen Freundschaft wird eine Romanze, die beide grundlegend verändert.
Doch dann naht der Abschied, denn Paul will seinen Sohn, mit dem er zerstritten ist, in Ecuador besuchen und sich mit ihm versöhnen. Es folgen emotionale Momente, und der schlimmste ist, als Adrienne Besuch von Pauls Sohn Marc bekommt, obwohl sie eigentlich Paul selbst erwartet hat. So erfährt sie von Pauls Tod.
Und bei dieser Szene musste ich das erste Mal seit Langem im Kino wieder Tränen lassen, denn wie Adrienne Pauls Päckchen mit seinem Hab und Gut auspackt, musste ich unwillkürlich daran denken, wie ich Papas letzten Besitz an jenem unheilvollen Abend auspackte. Es war nichts Persönliches dabei; nur seine Kleidung, die zerrissen war, weil die Sanitäter ja an sein Herz kommen mussten.
Und ich wusste genau, was in Adrienne vorgeht, was den Film für mich noch trauriger gemacht hat.
Rührend waren dann die Szenen, in denen sich Adriennes Tochter Amanda liebevoll um sie gekümmert und Anteilnahme an ihrem Gefühlsleben genommen hat. So konnte ich dann am Ende doch wieder lächeln, und vielleicht tun es auch die Sterne noch für mich.

Samstag, 27. September 2008

In Memoriam


Ich musste heute eine zutiefst traumatische Erfahrung machen, die vermutlich einfach mit schlechtem Timing zusammenhing - wie so vieles im Leben.
War mit Steph zum Billard verabredet und leider viel zu früh da. Gerade stand ich vorm Eingang des Cafés Moskau, als ich neben mir ein "klatsch" hörte. Neugierig, wie Menschen nun mal sind, ließ es sich nicht vermeiden in dem Moment nach rechts zu sehen. Da sah ich es: ein kleiner Piepmatz, der gerade auf einen Stuhl gefallen war, sich noch ein paar Sekunden zappelnd quälte und schließlich sein Leben ließ.
Sofort musste ich in die andere Richtung gucken, denn das Vögelchen tat mir so schrecklich Leid und ich konnte ihm nicht mehr helfen.
Oh, arme Seel', die ihren letzten Ton gezwitschert; oh, tragischer Moment, der mein Herz mit Trauer erfüllt!

Sonntag, 24. August 2008

Es wird Zeit

Ich weiß, es ist eine Seite, die ihr von ihm bestimmt nicht kennt; aber ich hatte heute das dringende Bedürfnis die e.Mails von Schnubbl durchzulesen, die er mir geschrieben hat, als wir letztes Jahr um diese Zeit nicht zusammen waren und er wieder angefangen hat um mich zu kämpfen. Da zeigte er sich auf einmal wieder von seiner romantischen Seite, und das nicht gerade wenig!
Und obwohl ich zu dieser Zeit eine Beziehung hatte, brachte er es fertig total überzeugend zu klingen und mein Herz damit zum Schmelzen zu bringen. -reim-
Zwischendurch war diese Ader eine ganze Weile lang nicht zu spüren gewesen, aber ganz am Anfang, als wir uns im Chat kennenlernten und später Briefe miteinander schrieben, hab ich mich durch diese Art in ihn verliebt. Damit hatte er mein Herz auf jeden Fall erobert.
Und mit besagten e.Mails hat er das ein zweites Mal geschafft.
Deswegen finde ich, dass er an dieser Stelle einfach eine ganz große Liebeserklärung verdient hat, auch wenn sich diese Seite nicht mehr so sehr zeigt.
Ich liebe dich, mein Schnubbl, und bin glücklich mit dir zusammen zu sein; vor allem, weil wir schon so vieles durchgestanden haben und du in meinen schlimmsten Zeiten bei mir warst. Dafür will ich dir einfach mal DANKE sagen.

Samstag, 2. August 2008

Menschliche Dummheit

"Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."
(Albert Einstein)

Dieses mehr als passende Zitat ist der Kommentar eines Lesers DIESES Artikels, der vom Tod einer Orang-Utan-Dame durch Ertrinken berichtet.
Ein Zoobesucher von Hagenbecks Tierpark wollte das Affenmädchen trotz Verbotes füttern und schmiss ein altes Brötchen aus Versehen ins Wasser anstatt ins Gehege. Laila sprang dem Futter hinterher und kam dabei ums Leben.
Wie bescheuert kann ein Mensch eigentlich sein?
Oder ist er einfach nur ignorant, wenn ausdrückliche Fütterverbote ausgeschildert sind?
Und was von beidem wäre dann dreister?
Ich weiß nicht, ob ich die richtigen Worte finden kann, um mein Unverständnis und meine Trauer über einen weiteren sinnlosen Tod eines Tiers auszudrücken. Aber ich weiß, dass es mehr als gerechtfertigt wäre, wenn der Zoo seine Überlegung in die Tat umsetzen und den Besucher ausfindig machen sowie anzeigen würde.
Spätestens dann sollte derjenige mal nachdenken, denn das scheint er vorher wohl nicht geschafft zu haben.

Donnerstag, 10. Juli 2008

Leidensgenossen


Gestern hatten wir von unserer Berufsschule aus Sporttag, der im Fitnesscenter am Stadtpark stattfand. Dort bin ich Tine, Norinas Schwester, begegnet. Haben uns natürlich erstmal lange umarmt, uns ein bisschen ausgetauscht und einander nach dem Befinden erkundigt.
Tine geht's im Moment nicht so gut, sie vermisst Norina wahnsinnig, womit es ihr nicht anders als mir mit Papa geht.
Und obwohl ich Norina nur drei Mal begegnet bin, ist mir ihr Tod sehr nahe gegangen, und ich muss immer noch oft an sie denken. Ich weiß noch, dass sie mich mal nach Hause gefahren hat, nachdem ich ein paar Stunden bei ihrer Familie vebracht hatte.
Ich habe mir vorgenommen bald mal ihr Grab zu besuchen, vielleicht mit Tine zusammen, und dann gehen sie und ich noch ein Eis essen. Es ist schön jemanden zum Reden zu haben, der das Gleiche durchmacht, obwohl es nicht so schön ist sie leiden zu sehen; aber die gleiche traurige Erfahrung verbindet einen schon extrem. Man kann nachvollziehen, wie es dem Anderen geht, dass ihm ein entscheidender Teil fehlt, der vorher fest zum Leben gehörte.
Ich wünschte, dass sie diese Erfahrung noch nicht machen müssen hätte - genauso sehr, wie ich mir das für mich selber wünsche.
Aber vielleicht können wir gemeinsam weitermachen, gemeinsam diese Zeit überstehen, gemeinsam einen neuen Anfang finden.

Freitag, 20. Juni 2008

Das Highlight der EM


Was für eine Nationalelf war denn das, die wir gestern Abend auf schweizerischem Boden gegen die Portugiesen spielen sehen haben?
Das war ja der beste Fußball, den sie seit langem gezeigt haben! Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass sie auch die Begegnung gegen Polen damit weit übertroffen haben.
Ich war mit meiner Ma, ihrem Freund, meinen zwei besten Freundinnen und deren Freundin beim Public Viewing. Und ich muss sagen, dass es das beste Erlebnis seit langem war und mich den ein oder anderen privaten Zwist derzeit vergessen lassen hat.
Was sich da an Emotionen hochgekocht hat, war echt der Knaller und der reinste Hochgenuss - auch, wenn es mir unheimlich Leid tat Jogi Löw in seiner Einzelzelle zu sehen. Ich will nicht wissen, wie sehr er gelitten hat.
Bei jeder guten Aktion eines Spielers gab's Applaus, und die Reaktion auf unsere Tore war überhaupt nicht zu beschreiben. So euphorisch hab ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Dann wurden erstmal Katha und Fran umarmt, danach meine Ma geknutscht und ihr Freund gedrückt und nicht zuletzt Bea abgeklatscht.
Wahnsinn!
Danke, Jungs, für diesen unvergesslichen Abend!