Nein, es geht glücklicherweise nicht um meinen Rechner, sondern um meine Person. Selbige war gestern nämlich zur Abschiedsfeier einer Kollegin eingeladen, die ihre Probezeit bei der Debeka leider nicht verlängert bekommen hat.
Ein schöner griechischer Abend war geplant und ist es auch geworden, allerdings mit mehr Alkohol, als ich gedacht hatte. Das fing ja schon damit an, dass es nichts Alkoholfreies gab, als mir Katja, die Nadine beim Vorbereiten geholfen hatte, was zu trinken anbot. Nun gut, da musste ich dann wohl auf Bier ausweichen. Da, wie es die Wahrscheinlichkeitsrechnung so will, weder Kölsch noch Köstritzer Schwarzbier verfügbar waren, machte ich meinem Papa dann eben alle Ehre und begnügte mich mit Straubolz - für Outsider: Braustolz.
Gut, das an sich hatte nun nicht gerade die Umdrehungen; dafür aber der Ouzo, der ungefragt und entgegen aller Ankündigungen, dass ich keinen zu mir nehmen würde, vor meine Nase gestellt wurde. Pfui Teufel, ist das Zeug widerwärtig! Dieser Lakritz-Geschmack ist schon so eklig.
So verliefen die ersten Stunden des Abends recht gemütlich, mit vollgeschlagenem Wanst, einigen Prozenten intus und einer mittelmäßigen Karaoke-Show im Hintergrund. Die Themen wurden dann auch immer anstößiger, die Laune noch besser, die Hormone schlimmer und das Niveau geringer. Um es mit einem Wort zu sagen: Das Ganze artete in eine einzige Orgie aus!
Einzig Murphy, Mikes vier Monate junger schwarzer Labrador, konnte der dezent sexuellen Stimmung in der Wohnung kurzfristig Abhilfe verschaffen und die verschmusten Debekaner von ihren offenbarten Abgründen ablenken, indem er abwechselnd die Schuhe von der Diele ins Wohnzimmer schleppte und auf ihnen herumzukauen versuchte.
24 Uhr löste sich die Gesellschaft schließlich auf, weil Nadine müde wurde - und den verheirateten Mike bei sich behalten wollte! Ich möchte an dieser Stelle die gewagte These aufstellen, dass die Müdigkeit nur ein Pseudogrund war.
Und so teilten sich Katja, Rainer und ich dann ein Taxi, während ich versuchte meine Redseligkeit etwas im Zaum zu halten.
Zu Hause angekommen fiel ich aus meinen Klamotten und direkt ins Bett, ohne jedoch besonders gut und tief schlafen zu können und den Verlust der Muttersprache abzulegen.
Ich wusste genau, wieso ich keinen Ouzo trinken will, verdammt!