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Sonntag, 26. Juli 2009

Kannst du auch nicht schlafen?

Zurück aus meinem wohlverdienten Ostseeurlaub ereilt mich soeben die Muse langsam mal davon zu berichten.
Steph und ich waren davon ausgegangen, dass es eine vernünftige Uhrzeit sei am Samstag gegen 08.00 Uhr loszufahren, aber da hatten wir uns gründlich getäuscht. Selbst sieben Uhr hielt mein Bekannter, mit dem ich am letzten Abend in Graal-Müritz erfreulicherweise noch ins Gespräch kam, für zu spät.
Denn statt kalkulierter fünf Stunden brauchten wir dank eines riesigen Staus achteinhalb. Aber Hauptsache, wir sind überhaupt angekommen. Wir fanden auch sofort ein schönes Plätzchen für unser Zelt, bauten es auf und meine erste Amtshandlung danach war natürlich sofort die Ostsee einzuweihen. Herrlich! Wie hat mir das gefehlt...
Der Sonntag war dann auch so ziemlich der einzig akzeptable Tag der ganzen Woche, was das Wetter anbelangt. Früh morgens schon Sonne und kein einziges Mal Regen, was man von Montag bis Samstag nicht behaupten konnte.
Außerdem ist mir aufgefallen, dass junge Camper ausgesprochen kontaktfreudig sind. So schnell wie auf dem Zeltplatz bin ich, glaube ich, noch nie mit irgendjemandem ins Gespräch gekommen. Fand ich toll. Allein deswegen müsste man das eigentlich regelmäßig machen.
Da uns gleich zu Anfang für unser Zelt der Jugend- und Gruppenbereich zugewiesen wurde, war natürlich klar, dass das keine ruhige Woche werden würde. Party war Nacht für Nacht angesagt, und daher hab ich leider auch einige Ohrwürmer davongetragen, die man im Neudeutschen dem Genre der Atzenmusik zuordnet. Übrigens ging das Feiern dann auch schon am frühen Morgen wieder los. Ich liebe es mit 120 Dezibel geweckt zu werden...
Was es nun mit demPosttitel auf sich hat?
In unser unmittelbaren Umgebung hatten etwa zehn Leute ihr Lager aufgeschlagen. Chaoten, die ihresgleichen suchten. Angefangen bei Springexperimenten am Strand mit einem riesigen Gummiball ging's weiter mit morgendlicher Party um 04.15 Uhr, wobei ich immer noch nicht ausmachen kann, ob sie noch oder schon wieder wach waren, hörte das Ganze mit sehr einprägsamen Sprüchen auf. Besonders beliebt war ein stimmlich markantes, in Silben zerlegtes und unüberhörbares: "Kannst - du - auch - nicht - schla- fen?"
Ich war mehrmals versucht "Schnauze!" zu brüllen, aber zum Einen haben das andere für mich übernommen mit dem Hinweis, dass Nachtruhe sei, und zum Anderen fand ich es am Ende eigentlich eher witzig. So witzig, dass es mir selber nicht mehr aus dem Kopf ging und ich die Chaoten in unserer letzten Nacht an der Ostsee irgendwie vermisst hab.
Seit gestern 16 Uhr bin ich dann wieder zu Hause. Haben für die Rückfahrt gute sechs Stunden gebraucht, aber was wir währenddessen alles an Wetter durchfahren haben, ist nicht zu beschreiben. Das Timing war bei der Abfahrt ja schon gut. Wir saßen kaum im Auto, als das Nieseln auch schon begann. Setzte sich über strömenden Regen fort, bei dem die Fahrbahn kaum zu sehen und mehr als eine 60 absolut nicht drin war, und hörte bei strahlendstem Sonnenschein auf, durch den wir doch schon arg ins Schwitzen gekommen sind.
Zwei Stadtausflüge haben wir übrigens auch unternommen, und der erste endete klatschnass. Dafür war's im Zelt dann umso gemütlicher.
UND! In Rostock hab ich einem sehr niedlichen Vierbeiner geholfen sich von der Leine zu entfitzen, um die er seine Beine umständlich gewickelt hatte. Ich glaube, danach hatte er mich ziemlich lieb!
Jetzt bin ich eben wieder zu Hause, fühle mich super erholt und freu mich auf das nächste Zelten.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Max

Und wieder mal ein Kundenbesuch. Abgesehen von einer Kfz-Versicherung, auf die ich irgendwie nicht ganz vorbereitet war - was den Termin umso erfreulicher macht - und der Feststellung, dass sie doppelt hausratversichert ist, war das Prägnanteste daran: ihr Kater.
Ein wunderschöner orange-getigerter Kater mit hellgrünen Augen, namens Max. Und wenn ich schreibe, dass ich noch nie so etwas Verschmustes wie ihn erlebt hab, dann dürft ihr mir das glauben. Ich war hingerissen.
Mein Pate und ich saßen noch nicht ganz, da war Max schon bei uns auf dem Sofa und kuschelte sich an uns, mal hier, mal da.
Ich liebe Tiere unglaublich. Wenn ich mal mit Steph zusammenwohne, wollen wir auch eine Miez haben.
Aber was mir wirklich, wirklich, wirklich immer unter die Haut geht, ist, wenn man ihnen in die Augen guckt, und sie erwidern den Blick. Das war für mich irgendwie schon immer was Besonderes. Ein Mensch und ein Tier, die sich in die Augen blicken.
Ich weiß, ich werd schon wieder zu romantisch!

Sonntag, 11. Januar 2009

Winterliche Freuden

Heute war sooo ein schöner Tag, wie ich ihn schon lang nicht mehr erlebt hab! Nachdem ich 10.30 Uhr von meiner Ma mehr oder weniger aus dem Bett geschmissen worden war, hatte sie mit ihrem Freund Mathias beschlossen das schöne Wetter und die Winterlandschaft zu genießen, indem sie zur Burg Rabenstein fahren würden, dort das Wildgatter besuchen und anschließend zum Totenstein wandern wollten. Und ich wurde dann quasi überredet mitzukommen.
Und ich muss sagen, dass ich's noch nie bereut hab, wenn mich Ma genötigt hat mit ihr und dem jeweiligen Freund (damals Steve, heute Mathias) wandern zu gehen. So auch dieses Mal nicht, denn meine neue DigiCam kam mal wieder fleißig zum Einsatz. Sage und schreibe 112 Fotos hab ich geschossen.
Toll war, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben Wölfe gesehen hab. Das werd ich so schnell nicht vergessen, sind wirklich sehr schöne Wesen. Die von heute haben es sich in der Sonne ziemlich gut gehen lassen, zum größten Teil nur dagelegen, und einer hat das Gatter ein bisschen erforscht.
Die Luchse haben sich nicht aus ihrer Höhle begeben, sondern lagen auch nur ein bisschen verschlafen darin herum; also kam da kein anständiges Foto zu Stande.
Dann haben wir auch noch einen Hirsch mit einem wunderschönen Geweih gesichtet, der mehr als fotowillig war. Er hat sich in alle möglichen Posen begeben und wollte wahrscheinlich eine gute Figur machen. Aber bei drei Hirschkühen hätte ich auch gute Laune, bestimmt ist er mehrmals zum Zug gekommen..
Jedenfalls war der Rundgang nach einigem Schneestapfen und wunderschönen Geschöpfen irgendwann beendet, und wirliefen noch zwei weitere Kilometer zum Totenstein, um uns bei heißer Schokolade mit Sahne und Glühwein aufzuwärmen. Bei der Gelegenheit haben wir 'nen Bekannten getroffen, lange mit ihm gequatscht und getrunken und sind schließlich auch mit ihm den Rückweg angetreten, wobei eigentlich geplant war, dass er uns in der Wurzelschänke noch auf einen Grog einlädt. Aber nachdem sämtliche auf dem Weg liegenden Kneipen mehr als brechend voll waren, sparten wir uns das und fuhren nach Hause, wo wir unserem Hunger mit Thai-Curry Genüge taten.
Und während all dieser tollen Stunden hab ich meinen Rechner und das Internet nicht ein einziges Mal vermisst! Es gibt also noch Hoffnung für mich!

Samstag, 27. September 2008

In Memoriam


Ich musste heute eine zutiefst traumatische Erfahrung machen, die vermutlich einfach mit schlechtem Timing zusammenhing - wie so vieles im Leben.
War mit Steph zum Billard verabredet und leider viel zu früh da. Gerade stand ich vorm Eingang des Cafés Moskau, als ich neben mir ein "klatsch" hörte. Neugierig, wie Menschen nun mal sind, ließ es sich nicht vermeiden in dem Moment nach rechts zu sehen. Da sah ich es: ein kleiner Piepmatz, der gerade auf einen Stuhl gefallen war, sich noch ein paar Sekunden zappelnd quälte und schließlich sein Leben ließ.
Sofort musste ich in die andere Richtung gucken, denn das Vögelchen tat mir so schrecklich Leid und ich konnte ihm nicht mehr helfen.
Oh, arme Seel', die ihren letzten Ton gezwitschert; oh, tragischer Moment, der mein Herz mit Trauer erfüllt!

Samstag, 2. August 2008

Menschliche Dummheit

"Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."
(Albert Einstein)

Dieses mehr als passende Zitat ist der Kommentar eines Lesers DIESES Artikels, der vom Tod einer Orang-Utan-Dame durch Ertrinken berichtet.
Ein Zoobesucher von Hagenbecks Tierpark wollte das Affenmädchen trotz Verbotes füttern und schmiss ein altes Brötchen aus Versehen ins Wasser anstatt ins Gehege. Laila sprang dem Futter hinterher und kam dabei ums Leben.
Wie bescheuert kann ein Mensch eigentlich sein?
Oder ist er einfach nur ignorant, wenn ausdrückliche Fütterverbote ausgeschildert sind?
Und was von beidem wäre dann dreister?
Ich weiß nicht, ob ich die richtigen Worte finden kann, um mein Unverständnis und meine Trauer über einen weiteren sinnlosen Tod eines Tiers auszudrücken. Aber ich weiß, dass es mehr als gerechtfertigt wäre, wenn der Zoo seine Überlegung in die Tat umsetzen und den Besucher ausfindig machen sowie anzeigen würde.
Spätestens dann sollte derjenige mal nachdenken, denn das scheint er vorher wohl nicht geschafft zu haben.