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Dienstag, 27. Januar 2009

Recht so

Endlich! Es wurde ja mal sowas von Zeit!
Als uns unser Verkaufstrainer und Schulungsreferent heute morgen beim Seminar fragte, was wir von einem Lehrling erwarten würden, wenn wir Geschäftsführer eines Ladens wären und ihn zum ersten Mal in die Berufsschule schickten, keimte in mir die Hoffnung, dass er jetzt mal ein paar drastischere Worte zum Verhalten der Südsachsen-Lehrlinge im Berufsschulunterricht verlieren würde.
Höchstironischerweise fielen dabei so Antworten wie:
  • Disziplin
  • Ehrgeiz
  • Fleiß
  • Leistungen
  • Höflichkeit
  • Respekt
  • Vernunft
  • positive Repräsentation unseres Unternehmens
  • Eigeninitiative.
Wenn man meine Mitschüler mal einen Tag oder eine Woche erlebt hat, muss es doch sehr verwundern, dass sie diese Begriffe überhaupt kennen.
Und was sagt es mehr über eine Klasse aus, als wenn fünf Ausbilder sechs Lehrern gegenüber sitzen und sich einstimmig anhören müssen, dass wir den schlechtesten Notendurchschnitt seit Jahren haben?
Mich überrascht es eigentlich, dass dieses Lehrergespräch erst dieser Tage zu Stande kam und wir nicht schon viel eher den Anschiss kassiert haben.
Jedenfalls haben wir dann heute eine Vereinbarung unterschrieben, dass wir uns an all die oben genannten und weitere positive Eigenschaften zum Benehmen eines Auszubildenden in der Berufsschule zu halten haben.
Andernfalls wird es wohl nicht mehr nur bei Einzelgesprächen und Stellungnahmen bleiben.

Donnerstag, 20. November 2008

Liebes Tagebuch!

Wenn du heute Abend kurz nach 21 Uhr jemanden fluchend und vor sich hin grummelnd den Kassberg entlang gehen sehen hast, dann war ich das.
Denn obwohl der Kundentermin erfolgreich ausging, nämlich mit einem Antrag auf Kfz-Versicherung als Ergebnis, war ich doch sehr unzufrieden mit mir. Erstens hab ich schon bei meinem Paten im Auto gemerkt, wie unvorbereitet ich war, als er mich fragte, ob ich auch Papier dabei hätte. Natürlich hatte ich das wieder mal nicht. Ich sollte künftig einen großen Stapel zu Hause bunkern, damit ich immer welches griffbereit hab. Mein kleiner Vorrat reicht gerade mal für ein paar Tagesberichte.
Vorher erzählte er mir noch, dass sein Tag ziemlich stressig gewesen sei, er von einem Termin zum nächsten gefahren wäre und ich also den Großteil der Beratung übernehmen solle. Da musste ich dann schon schlucken.
Weiter ging's dann damit, dass ich mit der Beratung beginnen sollte. Da verhaspelte ich mich das erste Mal, sodass Herr Körner anbot zu übernehmen. An der Stelle wär ich am liebsten schon nach Hause gegangen.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs konnte ich mich nicht zurückhalten, als der Antrag ausgedruckt war und ich meinen Paten fragte, ob ich ihm den mitgeben oder bis Montag aufheben solle, denn dann bin ich wieder im Außendienst.
Der Kunde musste unweigerlich lachen, denn meine Frage hatte sich angehört, als ob ich den Antrag vorher zerreißen wolle. Aber abgesehen davon musste ich mich innerlich dann auch deswegen schelten, weil diese Frage doch sehr geschäftstüchtig klang, um's mal milde auszudrücken, und in meinen Ohren etwas unangebracht. Ich kann nur hoffen, dass die beiden es nicht so eng gesehen haben, doch mich hat mein Gesamteindruck recht kritisch gestimmt, und ich neige nun mal stark zur Selbstreflexion.
Zumal mein Pate ja dann beim Gehen noch meinte, es wären keine Geschäftsschuhe, die ich trüge - womit er ja auch Recht hatte, ich hatte Turnschuhe angezogen - aber da sonst auch niemand Wert auf meine Schuhe legt, vor allem, wenn ich schicke anhab, bin ich davon ausgegangen, dass es in der Dunkelheit und beim Kunden auch niemand tut. Es musste eben mal bequem sein, weil ich mir vorgenommen hatte nach dem Termin nach Hause zu laufen anstatt mich fahren zu lassen.
Ich kann mir nur vornehmen das nächste Mal nicht wieder so ein - für mich - peinliches Verhalten an den Tag zu legen! Argh! Gut, dass ich bald ins Bett komme.