Sehr geehrte Frau Reif,
die Stadt Chemnitz beabsichtigt, den Antrag vom 23.06.2009 auf Änderung Ihres Familiennamens von "Reif" in "Prauka" abzulehnen. (Welch Überraschung.)
Nach § 3 Namensänderungsgesetz darf ein Familienname nur geändert werden, wenn ein wichtiger Grund die Namensänderung rechtfertigt. Der Familienname ist ein wichtiges Identifizierungsmerkmal. (Wer mein Anliegen begriffen hat, versteht auch, dass genau DAS mein Hauptargument für den Antrag war.) Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn das schutzwürdige Interesse des Antragstellers an der Namensänderung überwiegt gegenüber den (Tippfehler oder scheiß Grammatik?) etwa entgegenstehenden schutzwürdigen Interesse anderer Beteiligter und den in den gesetzlichen Bestimmungen zum Ausdruck kommenden Grundsätzen der Namensführung, zu denen auch die soziale Ordnungsfunktion des Namens und das öffentliche Interesse an der Beibehaltung des überkommenen Namens gehört. (Ich wusste nicht, dass sich auch nur irgendwer im Ansatz für meinen Nachnamen interessiert geschweige denn, dass jemand einen Nachteil davon hätte, würde ich auf einmal Prauka heißen.)
Zu ihrem Vorbringen, dass Sie keine Beziehung zum geführten Familiennamen hätten, da es sich um den Familiennamen des Ex-Ehemannes Ihrer Mutter und des Vaters Ihres Halbbruders handele (an diese Stelle gehört übrigens ein Komma, Frau achso korrekte Beamtin J.) wird festgestellt, der von Ihnen seit Ihrer Geburt geführte Geburtsname, (hier käme nun kein Komma hin) hat seit dieser Zeit praktische Bedeutung als Identifizierungsmittel für Sie erlangt. Die für Ihre persönliche Entwicklung wesentlichen Ereignisse sind untrennbar mit diesem Namen verbunden. Sie haben im Umfeld ihres Halbbruders (Wessen jetzt? Wer soll sie sein?) und Ihrer Mutter (aha, Tippfehler also), die ebenfalls den Familiennamen "Reif" tragen, gelebt und es ist davon auszugehen, dass diese Familie während Ihrer Entwicklung Ihren Lebensmittelpunkt bildete. (Richtig, und dazu gehörte mein Papa Jens Prauka auch.)
Das Sie (hier wäre wohl eher ein "dass" fällig, es folgt schließlich kein Substantiv) mit der Annahme des Familiennamens Ihres Vaters dessen Andenken würdigen und Ihre Liebe zum Ausdruck bringen möchten und die Erinnerung bei Bekannten und Freunden wach halten möchten stellt keinen wichtigen Grund im Sinne des Namensänderungsgesetzes dar. (Die Frau hätte mal beim Thema Zeichensetzung und Menschlichkeit besser aufgepasst, als ständig auf Paragrafen herumzureiten.) Es wird dabei nicht die persönliche Verarbeitung des Verlustes eines geliebten Menschen verkannt. (Aha.)
Das Aussterben eines Familiennamens rechtfertigt für sich allein eine Namensänderung nicht. Ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung des Familiennamens konnte nicht festgestellt werden. (Wenn Frau J. aus meiner Begründung das Aussterben als einzigen Grund herausgelesen haben will, ist ihre Inkompetenz weit fortgeschrittener, als ich dachte.)
Vor der Entscheidung wird Ihnen Gelegenheit gegeben, sich bis zum 13.08.2009 schriftlich bei oben genannter Behörde gem. § 28 Verwaltungsverfahrensgesetz zu äußern und günstige Umstände darzulegen. (Zu freundlich.)
Weiterhin teilen wir Ihnen mit, dass Sie die Möglichkeit haben, Ihren Antrag auf Familiennamensänderung zurückzunehmen. (ROFL!)
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
J.
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Dienstag, 4. August 2009
Dienstag, 23. Juni 2009
Reif vs. Prauka
Ich könnt mir gerade wie'n bissl in den Arsch treten. Da fahr ich mit dem Fahrrad zur Namensbehörde, hab Antrag und Anlagen und sogar meinen Einkommensnachweis im Schlepptau, und dann vergess ich bleu de Q die Begründung auszudrucken und mitzunehmen!
Na gut, da müssen dann eben morgen nochmal 55 Cent für 'ne Briefmarke verschwendet werden. Ich weiß, das hätte ich mir mit ein bisschen mehr Konzentration sparen können.
Mein Gefühl bei diesem Plan ist zur Zeit eh nicht das beste. So optimistisch ich auch bin, aber jedes Mal, wenn ich dann wieder bei der Sachbearbeiterin im Büro bin, hab ich das Gefühl, sie ist nur dort, um sich den Arsch platt zu sitzen und ihre Macht zu demonstrieren, sobald jemand was von ihr will. Da krisch sooo'n Hals!
Das fing ja erstmal damit an, dass ich den eigentlichen Antrag abgab, der noch nicht ganz ausgefüllt war, weil ich mir über die Frage nicht im Klaren war, ob mit der Namensänderung die Rechte irgendeiner Person berührt würden. In diesem Fall ja eigentlich nur die meines Vaters, aber da ich in der Juristerei nicht so bewandert bin, ließ ich das trotzdem mal frei. Aber auch sie hatte nicht den Hauch einer Ahnung, was man jetzt da eintragen soll. Ich erklärte ihr auch, womit es zusammenhing - nämlich, dass ich den Nachnamen meines verstorbenen Vaters annehmen wolle.
Gut, ging dann weiter. Als nächstes die Frage ihrerseits, warum ich denn überhaupt REIF heißen würde. Vielleicht hätte ich das einfach mit "das frag ich mich auch" beantworten sollen, aber auf die Idee kam ich in dem Moment nicht. Schlagfertigkeit lässt grüßen... Oder wie's im studiVZ so schön heißt: "Schlagfertigkeit ist das, was einen auf dem Heimweg anfällt".
Naja, ihre Reaktion auf meine Aussage, dass meine Mutter vor der Beziehung mit meinem Vater verheiratet gewesen sei und ihren Mädchennamen danach nicht mehr angenommen habe, war dann nur: "Also mit Wissen und Wollen der Eltern."
Na, ganz großes Tennis, da kann ich mir ja schon denken, was bei meiner Antragstellung rauskommen wird. Aber ich hatte eh schon den Eindruck von Anfang an, dass die Frau so einer Sache gegenüber nicht wirklich wohlgesinnt ist. Denn beim ersten Mal sagte sie schon mit Nachdruck, einer Namensänderung bedürfe es nur dann, wenn ein wirklich schwerwiegender Fall vorliege; etwa, wenn der Familienname Ähnlichkeiten mit dem eines Schwerverbrechers aufweise oder man dauerhaftem Mobbing ausgesetzt ist.
Im Fall der Bekannten von Madse ging das wohl etwas einfacher. Denn obwohl ihr Antrag mit leichten Abweichungen auf einer ähnlichen Begründung wie bei mir fußt, war die Behörde in ihrem Landkreis da anscheinend wesentlich umgänglicher.
Ich kann und will einfach nicht glauben, dass mein Schicksal von einer ausgetrockneten Jungfer abhängen soll... In dem Moment bräuchte ich echt Beziehungen!
Zumindest weiß ich jetzt schon, dass ich definitiv Widerspruch einlegen werde, wenn Frau J. aus C. meinen Antrag ablehnen sollte. Ich plädiere einfach darauf, dass sie lieber einem Antrag stattgibt, als sich wochen- und monatelang mit einer hartnäckigen Auszubildenden herumzuschlagen. Denn diesen Kampf werde ich verbissen führen. Koste es, was es wolle.
Na gut, da müssen dann eben morgen nochmal 55 Cent für 'ne Briefmarke verschwendet werden. Ich weiß, das hätte ich mir mit ein bisschen mehr Konzentration sparen können.
Mein Gefühl bei diesem Plan ist zur Zeit eh nicht das beste. So optimistisch ich auch bin, aber jedes Mal, wenn ich dann wieder bei der Sachbearbeiterin im Büro bin, hab ich das Gefühl, sie ist nur dort, um sich den Arsch platt zu sitzen und ihre Macht zu demonstrieren, sobald jemand was von ihr will. Da krisch sooo'n Hals!
Das fing ja erstmal damit an, dass ich den eigentlichen Antrag abgab, der noch nicht ganz ausgefüllt war, weil ich mir über die Frage nicht im Klaren war, ob mit der Namensänderung die Rechte irgendeiner Person berührt würden. In diesem Fall ja eigentlich nur die meines Vaters, aber da ich in der Juristerei nicht so bewandert bin, ließ ich das trotzdem mal frei. Aber auch sie hatte nicht den Hauch einer Ahnung, was man jetzt da eintragen soll. Ich erklärte ihr auch, womit es zusammenhing - nämlich, dass ich den Nachnamen meines verstorbenen Vaters annehmen wolle.
Gut, ging dann weiter. Als nächstes die Frage ihrerseits, warum ich denn überhaupt REIF heißen würde. Vielleicht hätte ich das einfach mit "das frag ich mich auch" beantworten sollen, aber auf die Idee kam ich in dem Moment nicht. Schlagfertigkeit lässt grüßen... Oder wie's im studiVZ so schön heißt: "Schlagfertigkeit ist das, was einen auf dem Heimweg anfällt".
Naja, ihre Reaktion auf meine Aussage, dass meine Mutter vor der Beziehung mit meinem Vater verheiratet gewesen sei und ihren Mädchennamen danach nicht mehr angenommen habe, war dann nur: "Also mit Wissen und Wollen der Eltern."
Na, ganz großes Tennis, da kann ich mir ja schon denken, was bei meiner Antragstellung rauskommen wird. Aber ich hatte eh schon den Eindruck von Anfang an, dass die Frau so einer Sache gegenüber nicht wirklich wohlgesinnt ist. Denn beim ersten Mal sagte sie schon mit Nachdruck, einer Namensänderung bedürfe es nur dann, wenn ein wirklich schwerwiegender Fall vorliege; etwa, wenn der Familienname Ähnlichkeiten mit dem eines Schwerverbrechers aufweise oder man dauerhaftem Mobbing ausgesetzt ist.
Im Fall der Bekannten von Madse ging das wohl etwas einfacher. Denn obwohl ihr Antrag mit leichten Abweichungen auf einer ähnlichen Begründung wie bei mir fußt, war die Behörde in ihrem Landkreis da anscheinend wesentlich umgänglicher.
Ich kann und will einfach nicht glauben, dass mein Schicksal von einer ausgetrockneten Jungfer abhängen soll... In dem Moment bräuchte ich echt Beziehungen!
Zumindest weiß ich jetzt schon, dass ich definitiv Widerspruch einlegen werde, wenn Frau J. aus C. meinen Antrag ablehnen sollte. Ich plädiere einfach darauf, dass sie lieber einem Antrag stattgibt, als sich wochen- und monatelang mit einer hartnäckigen Auszubildenden herumzuschlagen. Denn diesen Kampf werde ich verbissen führen. Koste es, was es wolle.
Mittwoch, 6. Mai 2009
Untitled
Hab ich eigentlich schon erzählt, dass mein persönlicher Schutzengel vor meinem Haus parkt?
Und zwar in Form eines Autos mit einem Kennzeichen, das ich mir eigentlich machen lassen wollte, wenn ich mein erstes Auto hab.
C-JP 118, als würde Papa Tag für Tag auf mich aufpassen und ganz in meiner Nähe sein. JP für Jens Prauka, 118 für seinen Geburtstag.
Macht aber nichts, dass es schon vergeben ist; zum Einen ja irgendwie doch ein schönes Zeichen und zum Anderen hab ich noch ein paar Alternativen in petto.
Und zwar in Form eines Autos mit einem Kennzeichen, das ich mir eigentlich machen lassen wollte, wenn ich mein erstes Auto hab.
C-JP 118, als würde Papa Tag für Tag auf mich aufpassen und ganz in meiner Nähe sein. JP für Jens Prauka, 118 für seinen Geburtstag.
Macht aber nichts, dass es schon vergeben ist; zum Einen ja irgendwie doch ein schönes Zeichen und zum Anderen hab ich noch ein paar Alternativen in petto.
Donnerstag, 6. November 2008
Schritt 2
Hab heute den nächsten Schritt unternommen, um Papas Namen anzunehmen. War im Rathaus und hab 19,10€ für Meldebescheinigung und Führungszeugnis ausgegeben. Langsam muss ich auch anfangen die Begründung für meinen Antrag zu formulieren, denn das ist der wesentlichste Bestandteil der ganzen Sache und war für den Fall von Madses Kumpeline auch der ausschlaggebende Part für die Annahme des Antrages. Das macht mir Hoffnung und Furcht zugleich, denn es ist zwar eine Chance, die ich mit meinen Worten selber beeinflussen kann, aber ich wohne nicht im gleichen Kreis wie sie, sodass ich mich auch nicht an ihre Behörde wenden kann, die das recht locker zu sehen scheint. Meine Sachbearbeiterin dagegen hat mir schon nicht viel Erfolg in Aussicht gestellt, weil sie sich vor allem auf die Gesetzgebung berufen hat. Und wenn sie zu der Sorte Beamter gehört, die sich strikt an die Justiz hält und nicht das Schicksal hinter dem Menschen sieht, wird mein Glück von jemandem abhängen, der vielleicht gar nicht erst versucht sich in meine Lage zu versetzen, sondern meine Lage mit Zeilen aus einem Gesetzbuch abgleicht.
Das wird mich jedoch nicht davon abhalten mich für mein Vorhaben einzusetzen.
Das wird mich jedoch nicht davon abhalten mich für mein Vorhaben einzusetzen.
Dienstag, 28. Oktober 2008
Projekt Prauka
So, heute hab ich offiziell meinen Plan den Namen meines Papas anzunehmen wieder richtig angefangen - nichts Halbherziges dieses Mal wie beim letzten Versuch!
Ich werde nun Rathaus und Standesamt abklappern, um mir Meldebescheinigung, Führungszeugnis und eine beglaubigte Abschrift meiner Geburtenbucheintragung ausstellen zu lassen. Wenn dann alles da ist, füll ich nur noch den Antrag aus und schick ihn zurück.
Ich weiß jetzt schon, dass er abgelehnt werden wird - aber nicht für umsonst hat man eine Tante, die einem wertvolle Tipps in solchen Angelegenheiten gibt!
Der Gedanke in absehbarer Zeit mit Frau Prauka angesprochen und -geschrieben zu werden ist einfach zu schön..
Ich werde nun Rathaus und Standesamt abklappern, um mir Meldebescheinigung, Führungszeugnis und eine beglaubigte Abschrift meiner Geburtenbucheintragung ausstellen zu lassen. Wenn dann alles da ist, füll ich nur noch den Antrag aus und schick ihn zurück.
Ich weiß jetzt schon, dass er abgelehnt werden wird - aber nicht für umsonst hat man eine Tante, die einem wertvolle Tipps in solchen Angelegenheiten gibt!
Der Gedanke in absehbarer Zeit mit Frau Prauka angesprochen und -geschrieben zu werden ist einfach zu schön..
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