Dieser Blog ist mit Sicherheit nicht die erste und wird auch nicht die letzte Plattform sein, auf der darüber diskutiert, philosophiert und nachgedacht wird, dass der King of Pop ohne sein Gehirn beigesetzt werden wird.Als ich diese Nachricht heute das erste Mal gelesen hab, dachte ich, dass es sich dabei um einen Scherz handelt. Bei genauerem Hinsehen fand ich die Begründung, dass das Hirn bei einer Autopsie nicht ausreichend untersucht werden könne, eigentlich ganz nachvollziehbar. Es müsse dem Körper entnommen werden, damit es vollständig getestet und auf die Todesursache hin analysiert werden könne.
Die Entscheidung von Jackos Familie ihn daher ohne das Organ zu Grabe zu tragen finde ich beeindruckend. Ich weiß nicht, ob ich es über mich gebracht hätte, wenn es um meine Angehörigen ginge; wenn's zum Beispiel bei Papa so eine Untersuchung geben müssen hätte, was zum Glück nicht der Fall war. Bei seiner Obduktion ging's ja eher darum festzustellen, ob nun Herzversagen oder eine Lungenembolie schuld war. Und da alles wieder rechtzeitig an seinem Platz war, als dann DER Tag kam bzw. so eine Problematik gar nicht im Raume stand, ich sowie alle anderen außerdem Gewissheit haben wollten, konnte ich das guten Gewissens entscheiden.
Aber ohne dieses lebenswichtige komplexe Organ?
Puh, in dieser Rolle möchte ich nicht stecken müssen, stellt es doch einen wesentlichen Bestandteil unseres Daseins dar.
Für mich ist das Organ Hirn der Platz meiner Seele. Das mag sicherlich eine sehr atheistische Sichtweise sein. Neben den Dingen, die ganz allein mein Herz zu begründen vermag und für die es wohl genau deswegen keine vernünftige, sondern nur eine rein emotionale Erklärung gibt - wie beispielsweise gefühlsmäßige Bindung zu einem Menschen - gründet sich meine Rolle als Tochter, Schwester, Enkelin, Cousine, Freundin, Partnerin, Geliebte, Kundin, Vereinsmitglied, Bürgerin, Auszubildende und vieles andere auf diesem etwa 1.400 Gramm leichten Wunder der Natur.
Aus diesem Grund würde ich persönlich es wohl eher nicht schaffen jemanden meiner Angehörigen ohne es zu beerdigen. Dann nähme ich lieber die Zeit in Kauf, die es braucht, aber weiß, dass jemand, den ich liebe, mit all dem, was zu ihm gehört, beigesetzt wird.
Ich will also mit diesen Worten in keiner Weise be- geschweige denn verurteilen, wofür oder wogegen sich die Hinterbliebenen von Michael Jackson mit diesem Beschluss entschieden haben. Ich zolle ihnen dafür großen Tribut, denn ich sähe mich dazu niemals in der Lage.