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Donnerstag, 27. August 2009

Reichtum für alle!

Mit meinem mittlerweile gelöschten Blogpost "Deutschland sucht die Superzicke" hätte ich wohl noch ein bisschen warten sollen.
Gestern Abend bin ich mal der Programmempfehlung meines Paten gefolgt und hab kurz nach 22 Uhr ARD eingeschaltet: "Hart aber fair". Diesmal ging's um soziale Gerechtigkeit und die Konzepte zur Umsetzung selbiger seitens der einzelnen Parteien.
Vertreter waren Klaus Wowereit (SPD), Gregor Gysi (Die Linke), Fritz Kuhn (Bündnis '90/Die Grünen), Rainer Brüderle (FDP) und Volker Kauder (CDU).
Abgesehen davon, dass ich ausschlaggebend durch diese Sendung mittlerweile dazu neige statt der FDP die Grünen zu wählen, hatten die 45 Minuten außerdem noch Unterhaltung der anderen Art zu bieten. Da sah man einen Gregor Gysi, der in regelmäßigen Abständen sowohl auf verbale als auch nonverbale Weise seinem Unmut über zu geringen Wortanteil Ausdruck verleihen wollte. Er fühlte sich in seiner Ehre als Politiker anscheinend verletzt, da der Moderator ihn lediglich zur Aufmachung seines Wahlplakates ("Reichtum für alle!") befragt, ihn aber bei wichtigeren Themen wie Mindestlohn nicht in die Diskussion einbezogen hatte. Also fand er andere Wege für seine Partei Werbung zu machen, beispielsweise eben über solch eine Beschwerde, an die er schnell noch seine eigenen Vorstellungen zum Thema anschloss. Das war für mich ziemlich amüsant zu beobachten, können Politiker doch einfach nicht aus ihrer Haut mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg zu halten.
Gut fand ich an der Sendung, dass auch mal Stimmen von Zuschauern gehört werden und ein aktueller Fall bezüglich eines Brennpunktes präsentiert wird. Auf das Exempel von gestern bezogen etwa der einer Mutter, die in Teilzeit arbeitet, um noch Zeit für ihre zwei Kinder zu haben, und ihr Gehalt mit staatlicher Unterstützung aufstocken muss. Die 15-jährige Tochter verrichtet Ferienarbeit, um ihrer Mutter beim Abstottern einer Rate an die ARGE zu helfen, weil der Lohn für die paar Wochen auf das Hartz IV der Mutter angerechnet wird - was nicht nur die Zuschauer, ich und sicherlich viele andere auch als sozial ungerecht und empörend empfinden; arbeitet man als Schüler in den Ferien doch eigentlich dafür, um sich eigene Wünsche erfüllen zu können, wie zum Beispiel den Chinesischunterricht, den die Mutter niemals aus eigener Tasche finanzieren könnte.
Ich denke, dass ich "Hart aber fair" zukünftig mal in mein Stammprogramm aufnehmen werde. Es regt zum Nachdenken an und macht einem aus unterschiedlichen Sichtweisen - und nicht nur der objektiver Berichterstattung - bewusst, was in diesem Land teilweise richtig falsch läuft und woran man einfach noch arbeiten muss.
Bin gespannt auf nächsten Mittwoch und erhoffe mir neue Anregungen oder vielleicht sogar die Verfestigung meiner Wahlstimme für den 27. September.

Freitag, 26. Juni 2009

Sorry!

Ich muss mich bei Verena an dieser Stelle nochmal öffentlich für meine wohl eher unangemessene und unhöfliche Reaktion auf die Erstellung meines neuen Blogbanners entschuldigen. An dem Abend, als sie ihn mir geschickt hat, hab ich weder daran gedacht mich zu bedanken noch das Ganze in anderer Form zu würdigen. Im Gegenteil: Ich hab zuerst mal daran rumgemäkelt, dass mein Mund einen Pixel zu weit oben wäre.
Das tut mir Leid, ich war mir dessen in dem Moment absolut nicht bewusst.
Ich möchte dir deswegen nochmal für deine Zeit, den Arbeitsaufwand, die Qualität und die Schnelligkeit danken, mit der du das Ganze bewerkstelligt hast und hoffe, dass du mir nicht mehr böse bist.
Peinlich!

Dienstag, 27. Januar 2009

Recht so

Endlich! Es wurde ja mal sowas von Zeit!
Als uns unser Verkaufstrainer und Schulungsreferent heute morgen beim Seminar fragte, was wir von einem Lehrling erwarten würden, wenn wir Geschäftsführer eines Ladens wären und ihn zum ersten Mal in die Berufsschule schickten, keimte in mir die Hoffnung, dass er jetzt mal ein paar drastischere Worte zum Verhalten der Südsachsen-Lehrlinge im Berufsschulunterricht verlieren würde.
Höchstironischerweise fielen dabei so Antworten wie:
  • Disziplin
  • Ehrgeiz
  • Fleiß
  • Leistungen
  • Höflichkeit
  • Respekt
  • Vernunft
  • positive Repräsentation unseres Unternehmens
  • Eigeninitiative.
Wenn man meine Mitschüler mal einen Tag oder eine Woche erlebt hat, muss es doch sehr verwundern, dass sie diese Begriffe überhaupt kennen.
Und was sagt es mehr über eine Klasse aus, als wenn fünf Ausbilder sechs Lehrern gegenüber sitzen und sich einstimmig anhören müssen, dass wir den schlechtesten Notendurchschnitt seit Jahren haben?
Mich überrascht es eigentlich, dass dieses Lehrergespräch erst dieser Tage zu Stande kam und wir nicht schon viel eher den Anschiss kassiert haben.
Jedenfalls haben wir dann heute eine Vereinbarung unterschrieben, dass wir uns an all die oben genannten und weitere positive Eigenschaften zum Benehmen eines Auszubildenden in der Berufsschule zu halten haben.
Andernfalls wird es wohl nicht mehr nur bei Einzelgesprächen und Stellungnahmen bleiben.

Freitag, 9. Januar 2009

Gewichtige Probleme

In mir reift immer mehr der Wunsch danach endlich eine eigene Wohnung zu haben. Ma und ich haben zwar im Moment keinen größeren Stress miteinander, aber es geht mir doch ziemlich auf die Nerven, dass sie so oft versucht mich zu etwas zu machen, wie sie es gern hätte.
Das fängt bei der Namensänderung an, indem sie ständig nachhakt, wie es da läuft, und hört bei meiner Figur auf, was das nervigste Thema an dem Ganzen ist.
Jetzt, wo Weihnachten vorbei sei, solle ich doch endlich wieder mehr Sport treiben, mich auf den Hometrainer stellen, was für die Arme, den Bauch und was weiß ich noch alles machen. Sie hätte halt gern eine Tochter, die schön aussieht.
Spricht da nicht verdammt viel Oberflächlichkeit heraus?
Nur, weil sie sich jeden Tag auf ihre Waage stellt und jedes Gramm zu viel wieder abtrainieren will, muss ich doch noch lange nicht so ticken. Und wieso muss sie mir ihre Denkweise so aufzwingen?
Was ist denn, wenn ich mich so wohl fühle, wie ich bin?
Mal abgesehen davon, dass das auch nicht immer der Fall ist, aber es gibt Kerle, denen ich so durchaus gefalle.
Ich will doch sowieso wieder ein bisschen was machen. Wöchentlich schwimmen gehen, Situps, das mit den Liegestützen funktioniert einarmig leider noch nicht besonders gut. Also wieso muss es dann unbedingt der Hometrainer sein?
Und wieso muss sie das leidige Thema jeden verdammten Tag wieder ansprechen?
Ich hab schon gesagt, dass es mir eines Tages zum einen Ohr rein und zum anderen raus gehen wird. Und während ich das schreibe, tut es mir irgendwie auch Leid, dass ich mich so über sie ärgere, und bekomm ein schlechtes Gewissen.
Aber kann sie mich nicht einfach auch mit ein paar kg mehr lieben?
Ist das so schwer?

Samstag, 2. August 2008

Menschliche Dummheit

"Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."
(Albert Einstein)

Dieses mehr als passende Zitat ist der Kommentar eines Lesers DIESES Artikels, der vom Tod einer Orang-Utan-Dame durch Ertrinken berichtet.
Ein Zoobesucher von Hagenbecks Tierpark wollte das Affenmädchen trotz Verbotes füttern und schmiss ein altes Brötchen aus Versehen ins Wasser anstatt ins Gehege. Laila sprang dem Futter hinterher und kam dabei ums Leben.
Wie bescheuert kann ein Mensch eigentlich sein?
Oder ist er einfach nur ignorant, wenn ausdrückliche Fütterverbote ausgeschildert sind?
Und was von beidem wäre dann dreister?
Ich weiß nicht, ob ich die richtigen Worte finden kann, um mein Unverständnis und meine Trauer über einen weiteren sinnlosen Tod eines Tiers auszudrücken. Aber ich weiß, dass es mehr als gerechtfertigt wäre, wenn der Zoo seine Überlegung in die Tat umsetzen und den Besucher ausfindig machen sowie anzeigen würde.
Spätestens dann sollte derjenige mal nachdenken, denn das scheint er vorher wohl nicht geschafft zu haben.

Dienstag, 8. Juli 2008

Sinnierend

Frage des Tages:

Wer weckt eigentlich den Hahn?

Donnerstag, 26. Juni 2008

Fragliche Prioritäten

Es ist schön, dass manche Leute während der Arbeit Zeit zum Bloggen haben und die weiße Kleidung sowie Unterwäsche der Frauen preisen, aber es innerhalb von achteinhalb Stunden und mehr nicht schaffen auf eine SMS zu antworten!

Mittwoch, 4. Juni 2008

Nähe durch Entfernung

Wenn man lange Zeit in einer Stadt lebt, sind einem bestimmte Symbole und Dinge der Stadt gar nicht mehr bewusst. Um das zu ändern, hat meine Heimatstadt Chemnitz jetzt ein Zeichen gesetzt und die Touristenattraktion schlechthin, das Karl-Marx-Monument, verhüllt und ein Gerüst darum gebaut.
Man muss sich nun körperlich betätigen, damit man dem großen Philosophen des 19. Jahrhunderts näher und vielleicht auf Augenhöhe mit ihm kommt.
Ja, unsere Lieblingssehenswürdigkeit, liebevoll der "Nischel" genannt, ist unseren Blicken entzogen worden, was vielerseits auf Kritik gestoßen ist. Auf den ersten Blick mag diese Aktion an die Verhüllung des Reichstages erinnern.
Aber warum sich nicht mal anstrengen für etwas, das für uns selbstverständlich geworden ist und ohne das wir uns Chemnitz gar nicht vorstellen könnten?
Ich persönlich finde diesen Gedanken gar nicht mal schlecht. Es erregt nicht nur Neugier, sondern erzeugt vielleicht auch Denkanstöße in die ein oder andere Richtung und lässt uns unsere Heimat wieder ein Stück mehr wertschätzen.