Montag, 21. April 2008

100 %


Nach Regen folgt Sonne. Zumindest hat mich nach dem eher traurigen Wochenende heute wieder eine tolle Nachricht erreicht.
Am Freitag haben wir im Lernfeld 5 - was ausgeschrieben "Eine Versicherungsagentur gründen" heißt und auf normalem Schuldeutsch gerne Rechnungswesen genannt wird - unsere zweite Klassenarbeit geschrieben. Die Zeit war mit 45 Minuten eng bemessen, sodass man eigentlich nicht überlegen durfte, sondern immer nur schreiben musste.
Das dürfte bei den Aufgaben aber kein Problem gewesen sein, weil wir sie alle vorher schon im Unterricht durchgenommen hatten.
Heute, drei Tage nach dem Test, bekommen wir ihn zurück. Als ich mein Blatt vor mir liegen habe, sehe ich 28 von 28 Punkten und somit eine Eins! Ich starre meine Lehrerin nur noch entgeistert an, woraufhin sie nur grinste.
Jedenfalls hab ich mich riesig gefreut, so macht Berufsschule Spaß!

Sonntag, 20. April 2008

Und wieder ein Abschied


Gestern haben wir Abschied von Gabis Tochter Norina genommen. Sie war vor acht Tagen bei der Heimfahrt in die Schweiz auf der Autobahn tödlich verunglückt.
Ich kannte sie, weil Gabi Papas Lebensgefährtin war und ich ihre Familie das erste Mal zu Ostern 2007 kennengelernt habe. Schon damals hatte ich den Eindruck, dass sie eine Ausnahmeerscheinung war; eine wahre Schönheit und ein richtiger Sonnenschein, der engelsgleich bei jedem Menschen eine wunderbare Spur hinterlässt.
Der Abschied von Norina hat mich zutiefst bewegt. Sie noch einmal im offenen Sarg aufgebahrt zu sehen hat mir weh getan, weil sie wie ein schlafender Engel aussah, der gleich wieder aufwachen würde. Überall in der Kirche standen Fotos von ihr, und auf jedem hat sie ihr bezauberndes Lächeln gezeigt, das niemanden kalt lassen konnte.
Nach dem Gottesdienst fuhren wir im Konvoi nach Chemnitz zu ihrer Beisetzung. Für mich ging diese letzte Reise richtig unter die Haut. Der Bestattungswagen fuhr vorneweg, und das Wissen, dass Norina in dem weißen Sarg darin lag, hat mich ziemlich berührt.
Als ihr Sarg schließlich in die Erde gelassen wurde, konnte ich nicht mehr anders als aufrichtige Tränen des Vermissens zu weinen. Denn obwohl ich sie nur zwei oder drei Mal gesehen und ein paar Stunden mit ihr verbringen konnte, wusste ich, dass einer der tollsten und charismatischsten Menschen diese Welt verlassen hat.
Nach ihrer Beerdigung ging der Großteil der Trauergemeinde noch ins Café zum gemütlichen Beieinandersitzen und Plaudern. Ihr Bruder Marco hatte sich um die Technik gekümmert, sodass neben teils sentimentaler und teils schnellerer Musik viele schöne Fotos von Norina gezeigt werden konnten; manchmal war auch mein Papa zu sehen!
Norina hat ihr Leben sehr intensiv gelebt und alles andere als durchschnittlich.
Und dennoch bleibt der bittere Beigeschmack.
22 Jahre sind einfach zu jung zum Sterben..

Donnerstag, 17. April 2008

Akustische Täuschungen


Leider wird der Branche Versicherung oftmals nachgesagt, dass sie nur abzocken wolle. Dabei wird gerne vergessen, dass es auch Unternehmen gibt, die bedarfsgerecht informieren und beraten.
Sowas scheint bei mir vergessen worden zu sein, als ich vor zwei Wochen einen Werbeanruf der lästigen Art bekam, auf den ich mich dann aber einließ; man kann ja auch mal versuchen die Riesterrente via Telefon jemandem an den Mann zu bringen, der selber was von einem will - hat leider nicht geklappt.
Jedenfalls plauderte ich dann eine ganze Weile mit dem jungen Mann, der natürlich nur das Beste für mich wollte und mir eine Karte anbot, mit der ich Geld zurücküberwiesen bekommen würde, wenn ich meine Einkäufe tätige und diese Karte vorlege.
Schön, auf die Karte hab ich gewartet und heute war sie dann auch da - mit dem Ergebnis, dass es eine Karte für Gewinnspiele und Lottoausziehungen ist. Dieses Thema hatte ich mit dem Herrn auch schon beredet und explizit darauf hingewiesen, dass ich KEIN Geld für so etwas ausgeben werde. Daraufhin wies er mich dann auch nochmal auf die kostenlose Karte hin und dass das Unternehmen die Kosten dafür zwei Jahre lang übernehmen werde.
Nun steht heute was in dem Brief von 34,90€ SONDERPREIS, die ich dann nur monatlich zu bezahlen habe.
Erst wollte ich telefonisch widersprechen. Nachdem es sich aber fast fünf Minuten hinzog und immer noch fünf Anrufer vor mir in der Leitung waren, beschloss ich das Ganze per e.Mail zu verfassen. Auch hier wurde mir ein Strich durch die Rechnung gemacht, von Thunderbird höchstpersönlich, der ein Problem mit dem Yahoo-Server zu haben schien.
Gut, also auf die Yahoo-Seite gegangen und endlich den Widerspruch versandt.
Blöderweise find ich die Telefonnummer von dem jungen Mann, mit dem ich telefonierte, nicht mehr, namentlich Florian Schulz. Sollte mir der Zettel aber zwischen die Finger kommen, bekommt selbiger umgehend einen bösen Anruf von mir - wenn ich denn durchkomme.

Mittwoch, 16. April 2008

Ohne Worte

Ganz ehrlich, wie taktlos kann man eigentlich noch sein, wenn man als Lieferant erstens den Grabstein, der zum Friedhof sollte, an die Trauernde nach Hause liefert, und zweitens dann auch noch selbige anpflaumt, dass ihm ihre Gefühle scheißegal seien?
Der traurige Hintergrund ist, dass die Tochter der Lebensgefährtin meines verstorbenen Vaters, am Wochenende bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt ist. Und als ob sie damit nicht schon genug Probleme hätte, ist es bei ihr der dritte Todesfall eines nahestehenden Angehörigen innerhalb von sechs Monaten.
Wie kann ein Mensch mit Verstand sowas bringen?
Von mir hätte er nach so einer Bemerkung mit Sicherheit eine geballert bekommen, irgendwo hat Taktlosigkeit auch ihre Grenzen..

Dienstag, 15. April 2008

Um den Schlaf gebracht


Da vergisst man EINMAL die fünf Minuten lang das Zimmer zu lüften und schon fällt man von einem nächtlichen Desaster ins andere.
Nach längerer Zeit als gewöhnlich endlich eingeschlafen, befällt mich der Alptraum, dass ich für ein mir weder im Traum noch in der Realität bekanntes Vergehen die Todesstrafe bekommen habe. Ungewöhnlich: Ich durfte noch ein paar Tage in Freiheit verbringen und meine wichtigsten Angelegenheiten regeln, unter strengster Bewachung. Allerdings weiß ich nicht, wieso ich dann mit Robert Redford und zwei nahen Angehörigen wie bestellt und nicht abgeholt auf einem Dach stehe.
Gut, das hatte ich dann schon mal hinter mich gebracht.
Peu à peu spüre ich, wie meine Lider immer leichter werden und ich das Bewusstsein wieder erlange. Minutenlang hoffe ich ohne größeren Aufwand wieder einschlafen zu dürfen, doch nichts dergleichen geschieht.
Blöderweise kommt auch noch der Stressfaktor hinzu, dass ich noch eine Kundin wegen ihrer Unfallversicherung anrufen muss, da der Antrag in dieser Form noch nicht bearbeitet werden kann; dummerweise fehlen nämlich auf den hinteren Seiten zwei Unterschriften: ihre und meine.
Und als ob das noch nicht Strafe genug wäre, zwinge ich mich schließlich und endlich notgedrungen aus dem Bett, reiße das Fenster auf und schlafe, obwohl mehr Licht und Lärm, nach wenigen Minuten ein und darf noch zweieinhalb Stunden Schlaf mein Eigen nennen.
Guten Morgen!

Donnerstag, 10. April 2008

Geldregen


Heute hat mich eine prima Neuigkeit erreicht: Ich bekomme die Halbwaisenrente! Ab Mai werden es monatlich um die 75€ sein und vorher bekomm ich eine Nachzahlung von 433€. Das bedeutet auf gut Deutsch, dass das Ziel eines Autos schon mal in greifbare Nähe rückt! Ausschau kann ich nun also definitiv halten, hab da sogar schon was im Auge. Jetzt ist's nur noch eine Frage der Finanzierung, denn leider spielt ja hin und wieder die Bonität eine Rolle. Und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich wegen finanziellen Ärgers 2006/2007 einen SCHUFA-Eintrag habe. Aber das spielt nun erstmal eine untergeordnete Rolle. Ich freu mich total, dass es so schnell ging!

Mittwoch, 9. April 2008

Bücherwurm


Es geschehen noch Zeichen und Wunder im Hause Reif! Gestern bin ich doch tatsächlich nach Hause gekommen - nein, das ist nicht das Wunder - hab mich in die Küche gesetzt, mein Schulzeug ausgepackt und angefangen zu lernen. Das widerspricht eigentlich komplett meiner Natur.
Allerdings stand für heute eine Klassenarbeit in Rechnungswesen mit dem Thema Rechtsformen an, und da ich mich dafür ohne Vorbereitung nicht ansatzweise fit gefühlt hätte, musste ich dann doch mal etwas tun; außerdem war die Motivation da!
Jetzt kann ich's wieder etwas gemächlicher angehen lassen und das Erbe meines Vaters fortführen..