Ich glaube, es wird mal wieder Zeit für eine Deutschstunde. Aus aktuellem Anlass - sogar mehreren: Chat, Mitmenschen, Büchern - komm ich um etwas Lamentieren nicht herum.
Was mich zur Zeit in der Hinsicht am meisten aufregt, ist die Frage, wann die Leute eigentlich die guten alten W-Fragewörter verlernt und noch schlimmer, in diesem Zusammenhang Worte wie daran, darum, darüber verlernt haben.
Im letzten Buch, das ich gelesen habe, wimmelt es nur so vor den auseinander genommenen Fragen wie "um was" statt "worum", "an was" statt "woran" oder "gegen was" statt "wogegen", um nur mal ein paar Beispiele zu nennen. Ich finde, dass man als Übersetzer eine gewisse Immunität gegenüber dieser in meinen Augen schlimmen Veränderung der deutschen Sprache haben und sich halbwegs gebildeten Ausdrucks bewusst sein sollte. Wer an dieser Stelle argumentiert, dass eine Entwicklung der Sprache nichts Unübliches ist, mag Recht haben - allerdings ist "Entwicklung" doch immer als eine Vorwärtsbewegung zu betrachten. DAS hier allerdings sind Rückschritte, derer sich irgendwie niemand so recht klar ist. Man übernimmt unbewusst die Sprache der Mitmenschen, mit denen man besonders viel zu tun hat, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie man dabei klingt.
Aber wenn ich dann so Sätze höre wie: "Für das, dass das so ist, kann ich auch nichts..." kommt's mir, gelinde gesagt, hoch. FÜR DAS gibt es das Wort DAFÜR! Für "über das" DARÜBER, für "an das" DARAN, für "auf das" DARAUF oder "von dem" DAVON. Was ist denn zum Henker so schwer daran?
Wollen nicht mal mehr Buchübersetzer gutes Deutsch schreiben?
Muss man alles dermaßen vereinfachen?
Ich hab teilweise beim Lesen eine richtige Wut bekommen...
Denn es ist ein Unterschied, ob man das einmal alle 100 Seiten liest oder man sich von dieser primitiven, es nicht besser könnenden oder wollenden Schreibweise umzingelt sieht.
Ich nehm mir dann jedes Mal vor die e.Mail-Adresse des wortgewandten Übersetzers rauszufinden und ihm eine gepfefferte Nachricht über seine Daseinsberechtigung zu schreiben, allerdings verpufft dieser Ehrgeiz dann meistens auch wieder.
Bevor ich mir das nächste Buch in einem Laden kaufe, werde ich wohl erstmal probeweise durchschmökern und gucken, ob der Übersetzer oder deutsche Autor meinen sprachlichen Anforderungen genügt.
Kann ja wohl langsam nicht mehr angehen, sowas. Greift wie eine Seuche um sich...
Vorgeschmack
Vor 4 Stunden




