Donnerstag, 16. Juli 2009

Deutsche Sprache, schwere Sprache

Ich glaube, es wird mal wieder Zeit für eine Deutschstunde. Aus aktuellem Anlass - sogar mehreren: Chat, Mitmenschen, Büchern - komm ich um etwas Lamentieren nicht herum.
Was mich zur Zeit in der Hinsicht am meisten aufregt, ist die Frage, wann die Leute eigentlich die guten alten W-Fragewörter verlernt und noch schlimmer, in diesem Zusammenhang Worte wie daran, darum, darüber verlernt haben.
Im letzten Buch, das ich gelesen habe, wimmelt es nur so vor den auseinander genommenen Fragen wie "um was" statt "worum", "an was" statt "woran" oder "gegen was" statt "wogegen", um nur mal ein paar Beispiele zu nennen. Ich finde, dass man als Übersetzer eine gewisse Immunität gegenüber dieser in meinen Augen schlimmen Veränderung der deutschen Sprache haben und sich halbwegs gebildeten Ausdrucks bewusst sein sollte. Wer an dieser Stelle argumentiert, dass eine Entwicklung der Sprache nichts Unübliches ist, mag Recht haben - allerdings ist "Entwicklung" doch immer als eine Vorwärtsbewegung zu betrachten. DAS hier allerdings sind Rückschritte, derer sich irgendwie niemand so recht klar ist. Man übernimmt unbewusst die Sprache der Mitmenschen, mit denen man besonders viel zu tun hat, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie man dabei klingt.
Aber wenn ich dann so Sätze höre wie: "Für das, dass das so ist, kann ich auch nichts..." kommt's mir, gelinde gesagt, hoch. FÜR DAS gibt es das Wort DAFÜR! Für "über das" DARÜBER, für "an das" DARAN, für "auf das" DARAUF oder "von dem" DAVON. Was ist denn zum Henker so schwer daran?
Wollen nicht mal mehr Buchübersetzer gutes Deutsch schreiben?
Muss man alles dermaßen vereinfachen?
Ich hab teilweise beim Lesen eine richtige Wut bekommen...
Denn es ist ein Unterschied, ob man das einmal alle 100 Seiten liest oder man sich von dieser primitiven, es nicht besser könnenden oder wollenden Schreibweise umzingelt sieht.
Ich nehm mir dann jedes Mal vor die e.Mail-Adresse des wortgewandten Übersetzers rauszufinden und ihm eine gepfefferte Nachricht über seine Daseinsberechtigung zu schreiben, allerdings verpufft dieser Ehrgeiz dann meistens auch wieder.
Bevor ich mir das nächste Buch in einem Laden kaufe, werde ich wohl erstmal probeweise durchschmökern und gucken, ob der Übersetzer oder deutsche Autor meinen sprachlichen Anforderungen genügt.
Kann ja wohl langsam nicht mehr angehen, sowas. Greift wie eine Seuche um sich...

Sonntag, 12. Juli 2009

Griff ins Klo

Ich hatte mich eigentlich immer für ziemlich intelligent gehalten... Aber dieses Wochenende hat mich eines Besseren belehrt.
Nachdem ich meinen Plan mir DAS Traumhandy zu kaufen beim zweiten Anlauf nun in die Tat umgesetzt hab, weil der erste Anbieter es mir nicht gegen Ratenzahlung verkaufen wollte, war ich sehr glücklich es am Freitag endlich in der Hand zu haben! Das erstmalige Aufladen des Akkus dauerte arg lange, sodass ich es dann bei meinen Großeltern fortsetzen musste. Ist aber an sich noch nicht das schlechteste Omen gewesen.
Das wirkliche Unglück begann, als ich im Auto meiner Mitfahrgelegenheit Richtung Würzburg ständig damit herumspielte und es in dem kleinen Fach der Tür ablegte, wenn ich es gerade nicht brauchte. Die Konsequenz dessen war nämlich, dass ich es, als der vorletzte Mitfahrer ausgestiegen war und ich auf den Beifahrersitz wechselte, in eben diesem vergaß. Als Schnappi mich dann am Hauptbahnhof abholte, fiel's mir dann siedend heiß ein: Ich hatte meinen neuen und zweitgrößten Schatz in dem anderen Auto vergessen.
Gut, wir also zu Flo nach Hause und die Handynummer meines Fahrers ausfindig gemacht. Er war natürlich alles andere als begeistert, war dann aber immerhin so großzügig mein ihm angebotenes Geld für den Mehraufwand nicht anzunehmen. Die ganze Fahrt über zu dem Treffpunkt mit ihm wäre ich am liebsten im Erdboden versunken, bekam ich den Gedanken an meine eigene Dämlichkeit doch einfach nicht aus dem Kopf.
Naja, trotz allem war das Drama schließlich vergessen, und das Leben konnte weitergehen.
Gestern, am Samstag, stand für Flo das Fußballturnier gegen Betriebsangehörige aus anderen Regionen Bayerns an. Da ich bis aufs Fotografieren keine große Beschäftigung weiter hatte, setzte ich mich intensiv mit meinem neuen Spielzeug auseinander und bunkerte es in meiner Arsch-Hosentasche. Schweeerer Fehler, wie sich später herausstellen sollte - denn nicht nur fiel es ständig heraus und zu Boden, wenn ich mich aufs WC begab, sondern bei Flo zu Hause dann in die Toilette. Plumps.
Gott, was hab ich mich in diesem Moment gehasst! G E H A S S T !
Mein langersehntes und heiß und innig angebetetes Traumobjekt so nachlässig zu behandeln... Folge ist nun, dass die Aufleg-Taste im Zusammenhang damit aufs Hauptdisplay zurück zu gelangen nicht mehr funktioniert, der Akku heute partout nicht mehr geladen werden wollte und womöglich weitere Schäden zurückbleiben werden, weil oder wenn Wasser ins Geräteinnere gelangt ist und damit Rost an den entsprechenden Stellen ansetzen wird.
Ich hoffe dennoch in meiner unglaublichen Naivität, dass sich die Schäden in Grenzen halten werden und die Beziehung zwischen dem Handy und mir doch irgendwie noch gekittet werden kann.

Montag, 6. Juli 2009

Jackos letzte Ehre

Dieser Blog ist mit Sicherheit nicht die erste und wird auch nicht die letzte Plattform sein, auf der darüber diskutiert, philosophiert und nachgedacht wird, dass der King of Pop ohne sein Gehirn beigesetzt werden wird.
Als ich diese Nachricht heute das erste Mal gelesen hab, dachte ich, dass es sich dabei um einen Scherz handelt. Bei genauerem Hinsehen fand ich die Begründung, dass das Hirn bei einer Autopsie nicht ausreichend untersucht werden könne, eigentlich ganz nachvollziehbar. Es müsse dem Körper entnommen werden, damit es vollständig getestet und auf die Todesursache hin analysiert werden könne.
Die Entscheidung von Jackos Familie ihn daher ohne das Organ zu Grabe zu tragen finde ich beeindruckend. Ich weiß nicht, ob ich es über mich gebracht hätte, wenn es um meine Angehörigen ginge; wenn's zum Beispiel bei Papa so eine Untersuchung geben müssen hätte, was zum Glück nicht der Fall war. Bei seiner Obduktion ging's ja eher darum festzustellen, ob nun Herzversagen oder eine Lungenembolie schuld war. Und da alles wieder rechtzeitig an seinem Platz war, als dann DER Tag kam bzw. so eine Problematik gar nicht im Raume stand, ich sowie alle anderen außerdem Gewissheit haben wollten, konnte ich das guten Gewissens entscheiden.
Aber ohne dieses lebenswichtige komplexe Organ?
Puh, in dieser Rolle möchte ich nicht stecken müssen, stellt es doch einen wesentlichen Bestandteil unseres Daseins dar.
Für mich ist das Organ Hirn der Platz meiner Seele. Das mag sicherlich eine sehr atheistische Sichtweise sein. Neben den Dingen, die ganz allein mein Herz zu begründen vermag und für die es wohl genau deswegen keine vernünftige, sondern nur eine rein emotionale Erklärung gibt - wie beispielsweise gefühlsmäßige Bindung zu einem Menschen - gründet sich meine Rolle als Tochter, Schwester, Enkelin, Cousine, Freundin, Partnerin, Geliebte, Kundin, Vereinsmitglied, Bürgerin, Auszubildende und vieles andere auf diesem etwa 1.400 Gramm leichten Wunder der Natur.
Aus diesem Grund würde ich persönlich es wohl eher nicht schaffen jemanden meiner Angehörigen ohne es zu beerdigen. Dann nähme ich lieber die Zeit in Kauf, die es braucht, aber weiß, dass jemand, den ich liebe, mit all dem, was zu ihm gehört, beigesetzt wird.
Ich will also mit diesen Worten in keiner Weise be- geschweige denn verurteilen, wofür oder wogegen sich die Hinterbliebenen von Michael Jackson mit diesem Beschluss entschieden haben. Ich zolle ihnen dafür großen Tribut, denn ich sähe mich dazu niemals in der Lage.

Samstag, 4. Juli 2009

Ins Wasser gefallen

Nachdem es für die Eröffnung der Freibadsaison mit Anfang Juli eh schon verhältnismäßig spät ist, begab es sich, dass Steph und ich es sechs Wochen nach Saisonstart heute doch noch geschafft haben.
Wir haben das Wasser auch ausgiebig genossen, ahnten wir doch auf Grund des Wolkenhimmels, dass dieser Genuss nicht lange anhalten oder zumindest ziemlich unbeständig werden würde.
Keine drei Stunden später fing es dann auch zu tröpfeln an, woraus ein beinahe platzregenartiger Erguss wurde. Also suchten wir so ziemlich alle anderen Badbesucher auch Unterschlupf unter einem Dach, wartet ab, bis es wieder trocknete und verabschiedeten uns.
Ironischerweise hat uns nicht nur der Regen einen Strich durch unseren ersten Freibadbesuch 2009 gemacht, sondern verhöhnte uns dann auf die gleiche hämische Art die Sonne, indem sie kurz danach wieder durch die Wolken brach.
Dennoch bin ich froh, dass wir zumindest drei Stunden nutzen konnten; denn bis wir gemeinsam die nächste Gelegenheit zum Freibaden ergreifen können hätten, wären noch sage und schreibe sechs Wochen vergangen!
Ich hoffe aber, dass uns die Ostsee und das Wetter im hohen Norden angemessen entschädigen werden.

Montag, 29. Juni 2009

Reisefieber

Mich packt im Moment richtig das Reisefieber. Nachdem Nancy im innerbetrieblichen Unterricht letzte Woche von ihrem Türkeiurlaub erzählt hat, den sie recht preiswert buchen konnte, hat sie mich jetzt damit angesteckt.
Wenn ich im Oktober eine Woche Urlaub hab und das Wetter in Deutschland wieder schlechter zu werden beginnt, könnte ich mir gut vorstellen mal wieder fernab der Heimat in südlicheren Gefilden sieben Tage lang die Seele baumeln zu lassen, ohne Alltag, ohne Gedanken an die Arbeit. Mal sehen, ob sich ein preiswerter Reiseanbieter auftreiben lässt.
Mag sein, dass das wieder eine sehr intuitive und impulsive Idee ist, allerdings ist der letzte Fernurlaub genau wie der letzte Flug wirklich schon sehr lange her, sodass mich gerade wieder ein bisschen der Heißhunger darauf überkommt.
Noch hab ich ja Zeit das Ganze zu organisieren und was Schönes und Preiswertes zu finden. Auf jeden Fall wird's mal wieder Zeit!

Freitag, 26. Juni 2009

Sorry!

Ich muss mich bei Verena an dieser Stelle nochmal öffentlich für meine wohl eher unangemessene und unhöfliche Reaktion auf die Erstellung meines neuen Blogbanners entschuldigen. An dem Abend, als sie ihn mir geschickt hat, hab ich weder daran gedacht mich zu bedanken noch das Ganze in anderer Form zu würdigen. Im Gegenteil: Ich hab zuerst mal daran rumgemäkelt, dass mein Mund einen Pixel zu weit oben wäre.
Das tut mir Leid, ich war mir dessen in dem Moment absolut nicht bewusst.
Ich möchte dir deswegen nochmal für deine Zeit, den Arbeitsaufwand, die Qualität und die Schnelligkeit danken, mit der du das Ganze bewerkstelligt hast und hoffe, dass du mir nicht mehr böse bist.
Peinlich!

Donnerstag, 25. Juni 2009

Alles raus, was keine Miete zahlt!


So, jetzt bin ich wieder um eine Erfahrung reicher: Heute stand die Zahn-OP an, bei der zwei meiner Weisheitszähne entfernt wurden.
Ich hatte mir im Vorfeld überhaupt keinen Kopf deswegen gemacht und bin vollkommen unvoreingenommen und ohne Angst zu meiner Zahnärztin gefahren.
Die Betäubungsspritze hab ich tapfer ertragen, und den Rest auch. Es fühlte sich sogar ganz witzig an, wie sie dann den ersten - also unteren - Weisheitszahn gezogen hat. Ihre Frage, ob ich ihn behalten wolle, hab ich bejaht. Ist ja eine ganz schöne Erinnerung! -g-
Der zweite Zahn oben hat etwas mehr Zeit in Anspruch genommen, und weil er in einem recht ungünstigen Winkel lag, musste mir meine Ärztin ziemlich unangenehm den Mundwinkel etwas verziehen, was weh getan hat. Ist aber auch der einzige Schmerz während der Behandlung gewesen, ansonsten kann ich mich nicht beklagen.
Zum Abschluss gab sie mir dann nur noch den Tipp das Ganze viel zu kühlen, und hat mir eine Empfehlung für Schmerztabletten mitgegeben. Obwohl ich ja nicht so der Freund chemischer Heilmittel bin, sondern entweder Schmerzen aussitze oder mit natürlichen Mitteln bekämpfe, hab ich's nicht bereut sie mir dann doch gekauft zu haben. Meine Laune wäre nur noch schlechter geworden, als sie zu dem Zeitpunkt eh schon war.
In absehbarer Zeit steht das Ganze dann nochmal für die rechte Seite an, dann betrachte ich auch dieses Kapitel als erledigt.