Sonntag, 4. Oktober 2009

Umzug

Sorry, liebe Leserschaft, dass ich so lange nichts von mir hören lassen hab.
Der erste Grund ist, dass mir die Motivation fehlte, und der zweite, dass mein Blog mit dieser Adresse nicht mehr lange existieren wird. Ich richte mir den gerade woanders ein, und werde Bescheid sagen, sobald alles fertig ist.
Bis bald in "alter" Frische!
Hab den Spruch noch nie verstanden...

Montag, 14. September 2009

Bremen - Ein Reisebericht

So, genug gefaulenzt.
Ich hab schon lange nicht mehr gebloggt, und das, obwohl ich DAS Thema eigentlich noch gar nicht abgehandelt hab! Asche auf mein Haupt.
Ja, Albi und ich hatten uns vorgenommen, uns nach zehn Jahren Onlinebekanntschaft endlich mal zu treffen, und glücklicherweise hat sich das auch in die Tat umsetzen lassen.
Ich kam freitags 16.45 Uhr in Bremen an, wurde abgeholt und hab erstmal in meinem "Hotel" eingecheckt. Allzu positive Erinnerungen verbinde ich leider nicht damit. Der erste Grund ist, dass meine Reservierung anscheinend verschlampt worden ist, sodass ich mein gewünschtes Zimmer nicht bekam. Aber weil mich der Betreiber nicht als Gast verlieren wollte, teilte er mir dann ein eigentlich teureres Zimmer zum gleichen Preis zu. Okay, 40€ pro Nacht wäre es dann aber auch wirklich nicht wert gewesen - Minimalismus ist ja nichts dagegen! Oder sollte ich besser sagen, viel?
Den anderen Grund erwähne ich später, um die Chronologie beizubehalten.
Jedenfalls konnte mir das nicht die Laune verderben, und so machten Albi und ich uns erstmal auf den Weg ins nächste Café, um uns gemütlich zu unterhalten. Der Weg dorthin war interessant, flanierten wir doch eine Straße entlang, die abwechselnd mit Boutiquen, Cafés, Bars und anderen Läden gespickt war.
An unserem spontan beschlossenen Ziel angekommen, hatten wir allerdings nicht lange Gelegenheit uns zu unterhalten, denn nach kurzer Zeit bekamen wir Gesellschaft von einem sehr - wie soll ich sagen - kuriosen Menschen. Erst schien es, als bräuchte er eine kurze Verschnaufpause und müsse sich daher auf einen freien Stuhl unseres Tischs stützen, aber dann setzte er sich doch tatsächlich zu uns und entspann ein recht seltsames Gespräch. Seinen Gedankengängen zu folgen fiel weder Albi noch mir besonders leicht, aber wir nahmen's dann einfach hin und konnten uns später damit entschuldigen noch woanders verabredet zu sein. Und nein, dahin dürfe er uns jetzt nicht begleiten. Zugetraut hätte ich's ihm aber.
Wir schlossen an unseren süßen Appetitanreger nämlich direkt das Abendessen beim Spanier an. Die Karte las sich schon sehr appetitlich, aber ich hatte mich bei den Portionen irgendwie ein kleines bisschen verschätzt. Da ich nur die Tapas aus dem "El Perro" in Dresden kannte, ging ich davon aus, dass diese hier nicht viel größer oder kleiner wären. Und so orderte ich vier Mal Tapas und beging den grandiosen Fehler, keines davon als Vorspeise zu wählen, wie Albi es clevererweise getan hatte. Demnach guckte ich dann auch ziemlich doof aus der Wäsche, als die Kellnerin mein Essen brachte. Das war mir echt eine Lehre.
Wer jetzt fragt, ob ich mich nicht an den Preisen orientiert hätte, dem muss ich sagen, dass ich davon ausgegangen bin, dass man die Preise in Dresden vielleicht nicht mit denen in Bremen vergleichen könnte. Ich hatte anscheinend wieder zu viel vorher nachgedacht...
Und wie wir's uns beim Spanier so schön schmecken ließen, vergaßen wir die Zeit. Eine Minute, bevor die nächtliche Stadtführung losgehen sollte, blickte Albi das erste Mal auf seine Uhr und sah mich erschrocken an. Aber wir wären nicht wir gewesen, wenn wir da nicht improvisiert hätten...
So schlugen wir uns dann eben zu zweit durch die nächtlichen Gefilde der nordischen Hansestadt, und mich beeindruckte, wie viel er mir über die verschiedenen Sehenswürdigkeiten erzählen konnte. An dir ist ein großartiger Stadtführer verloren gegangen, Großer!



Danach begaben wir uns noch an die Schlachte, eine Aneinanderreihung von Gaststätten, Bars, Kneipen und Biergärten, wohin das Auge reicht. Sowas könnte man sich in Chemnitz gar nicht richtig vorstellen geschweige denn, dass da um die späten Abendstunden noch so viel los wäre. Die Atmosphäre war einfach toll, und so suchten wir uns ein Plätzchen an der Mauer mit Blick auf die Weser und verquatschten nochmal 'ne gute anderthalbe Stunde. Nachdem wir uns dann nochmal am Ostertor, dieser schönen belebten Einkaufsstraße von nachmittags, in eine Kneipe gesetzt hatten, wurde es allmählich Zeit den ersten Abend ausklingen zu lassen.



Tags darauf erwachte ich recht früh. Das Frühstück ließ ich bis auf ein kleines Brötchen mehr oder weniger ausfallen und machte mich auf dem Weg zum Treffpunkt. Jetzt hatte ich Gelegenheit die Innenstadt auch mal bei Tageslicht zu sehen, was ich sehr genoss.



Wir waren noch keine Stunde unterwegs, als wir schon den ersten Klamottenladen geplündert hatten. Meine Tüte war, wie's meistens so ist, wenn ich mit jemandem unterwegs bin, mal wieder die vollere. Aber irgendwie haben es mir T-Shirts angetan, und so konnte ich mich nicht zurückhalten.
Nachdem wir einen kurzen Zwischenstopp mit einem Getränk machten, schlug mir Albi den Besuch der WATERFRONT vor. Obwohl er mir von der Größe und Vorgeschichte vorher schon erzählt hatte, blieb mir dennoch der Mund offen stehen, als wir davor standen. Sooo ein riesiges Einkaufszentrum hatte ich vorher noch nicht gesehen!



Dementsprechend gab's natürlich auch jede Menge abzugrasen und abzustauben. In einem Anfall von Übermut möchte ich behaupten, dass es mir auch hier wieder besser gelungen ist. ABER! Bevor ich das vergesse, muss ich Albi mal ein Lob dafür aussprechen, wie kritisch er mir bei meinen Outfits immer gegenüber stand. Längst nicht jeder, mit dem ich shoppen gehe, kann mir so schnell und so überzeugt eine klare Ansage machen, was er davon hält. Das hat mich wirklich begeistert, denn so hat man nicht nur einen verlässlichen Berater an seiner Seite, der einem nicht nur sagt, was man hören will, sondern spart nebenbei auch noch Geld sowie Platz im Kleiderschrank. Nur im letzten Laden musste er mich auf Grund der seltsamen Geschäftspolitik dort leider alleine lassen, sodass ich auf mein alleiniges Urteil angewiesen war.
Zwischendurch waren wir uns übrigens noch im ALEX stärken, was irgendwie Urlaubsfeeling pur war. Die Sonne schien uns ins Gesicht, wir hatten einen super Blick auf die Weser, und der Laden war voll. Also, in dem Moment hätte gerne die Zeit stehen bleiben können...



Genau dort saß ich dann abends, nachdem Albi und ich uns verabschiedet hatten, dann noch mit erst zwei, dann vier anderen Leuten aus dem Chat und verbrachte noch ein paar schöne und witzige Stunden. War klasse, sie mal wieder gesehen zu haben. Jessi sah ich zum ersten Mal, Jens, Ronny und Andi kannte ich schon. Vier Nordis gegen eine Sächsin, wie das wohl von außen gewirkt haben muss...



So ging dann auch der zweite Tag zu Ende. Aber so schön, wie er aufhörte - danke übrigens fürs Ins-Hotel-Bringen, falls ihr das lest - so gruslig und unerfreulich fing der Sonntag leider an.
Gegen 06.30 Uhr rissen mich lautstarke Geräusche vor meiner Tür aus dem Schlaf.
"David?", hörte ich dann nach einem Klopfen an meine Tür eine nahöstlich klingende Stimme fragen. Ich nahm an, dass er schnell wieder gehen würde, wenn er erstmal merkte, dass aus meinem Zimmer keine Resonanz käme. Mein nächster Gedanke war: Was zur Hölle hat jemand sonntags um so eine unchristliche Uhrzeit im Zimmer eines Hotels verloren, wenn er nicht gerade Gast ist?
Nachdem es gefühlte fünf Minuten lang kein Ende nahm, rief ich genervt: "Jetzt is' aber mal Ruhe da draußen!"
Aber meine Hoffnung war vergebens, er wiederholte sich damit nach David zu fragen und fing dann sogar an irgendwas von Sex zu faseln. So langsam bekam ich Angst, was sich auch an meinem schneller schlagenden Herzen bemerkbar machte. Ich fürchtete, dass der Typ keine Hemmung hätte das Zimmer zu betreten, denn anscheinend war's ja nicht das erste Mal, dass er diese Unterkunft aufsuchte.
Doch zum Glück war dann erstmal Ruhe. Dummerweise aber nur, um eine zweite dubiose Figur herbeizuschaffen, mit der sich der Erste dann hinabbeugte, um zu versuchen, durch den Vorhang an meiner Tür zu gucken. DA wurd's mir dann echt Himmelangst, aber mir fiel in dem Moment einfach nichts ein, inwiefern ich handeln sollte.
Irgendwie löste sich die Situation dann zwar auf, aber an Schlaf war natürlich nicht mehr zu denken. Und so packte ich flott meine Sachen und suchte das Weite, um mit Albi zusammen brunchen zu gehen. So hatten wir nochmal zwei oder drei gemeinsame Stunden, um uns die Wänste vollzuschlagen und das nächste Treffen zu planen.



Es war alles in Allem also ein sehr schönes Wochenende, das wiederholenswert ist! Nur unterkunftstechnisch werd ich mir dann was anderes suchen.

Donnerstag, 27. August 2009

Reichtum für alle!

Mit meinem mittlerweile gelöschten Blogpost "Deutschland sucht die Superzicke" hätte ich wohl noch ein bisschen warten sollen.
Gestern Abend bin ich mal der Programmempfehlung meines Paten gefolgt und hab kurz nach 22 Uhr ARD eingeschaltet: "Hart aber fair". Diesmal ging's um soziale Gerechtigkeit und die Konzepte zur Umsetzung selbiger seitens der einzelnen Parteien.
Vertreter waren Klaus Wowereit (SPD), Gregor Gysi (Die Linke), Fritz Kuhn (Bündnis '90/Die Grünen), Rainer Brüderle (FDP) und Volker Kauder (CDU).
Abgesehen davon, dass ich ausschlaggebend durch diese Sendung mittlerweile dazu neige statt der FDP die Grünen zu wählen, hatten die 45 Minuten außerdem noch Unterhaltung der anderen Art zu bieten. Da sah man einen Gregor Gysi, der in regelmäßigen Abständen sowohl auf verbale als auch nonverbale Weise seinem Unmut über zu geringen Wortanteil Ausdruck verleihen wollte. Er fühlte sich in seiner Ehre als Politiker anscheinend verletzt, da der Moderator ihn lediglich zur Aufmachung seines Wahlplakates ("Reichtum für alle!") befragt, ihn aber bei wichtigeren Themen wie Mindestlohn nicht in die Diskussion einbezogen hatte. Also fand er andere Wege für seine Partei Werbung zu machen, beispielsweise eben über solch eine Beschwerde, an die er schnell noch seine eigenen Vorstellungen zum Thema anschloss. Das war für mich ziemlich amüsant zu beobachten, können Politiker doch einfach nicht aus ihrer Haut mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg zu halten.
Gut fand ich an der Sendung, dass auch mal Stimmen von Zuschauern gehört werden und ein aktueller Fall bezüglich eines Brennpunktes präsentiert wird. Auf das Exempel von gestern bezogen etwa der einer Mutter, die in Teilzeit arbeitet, um noch Zeit für ihre zwei Kinder zu haben, und ihr Gehalt mit staatlicher Unterstützung aufstocken muss. Die 15-jährige Tochter verrichtet Ferienarbeit, um ihrer Mutter beim Abstottern einer Rate an die ARGE zu helfen, weil der Lohn für die paar Wochen auf das Hartz IV der Mutter angerechnet wird - was nicht nur die Zuschauer, ich und sicherlich viele andere auch als sozial ungerecht und empörend empfinden; arbeitet man als Schüler in den Ferien doch eigentlich dafür, um sich eigene Wünsche erfüllen zu können, wie zum Beispiel den Chinesischunterricht, den die Mutter niemals aus eigener Tasche finanzieren könnte.
Ich denke, dass ich "Hart aber fair" zukünftig mal in mein Stammprogramm aufnehmen werde. Es regt zum Nachdenken an und macht einem aus unterschiedlichen Sichtweisen - und nicht nur der objektiver Berichterstattung - bewusst, was in diesem Land teilweise richtig falsch läuft und woran man einfach noch arbeiten muss.
Bin gespannt auf nächsten Mittwoch und erhoffe mir neue Anregungen oder vielleicht sogar die Verfestigung meiner Wahlstimme für den 27. September.

Dienstag, 18. August 2009

Meyeah proudly presents: "Cupido"

Zunächst einmal möchte ich mich selbst zum 250. Eintrag auf Blogspot.com beglückwünschen und freue mich, dass es mal wieder ein schöner wird!
Denn ich bin soeben mit einem super Thriller fertig geworden, den ich mir am Sonntag (!) kurz vor der Zugfahrt aus dem schönen Unterfranken Richtung Heimat gekauft hatte. Er heißt "Cupido" und ist der Erstlingsroman von Jilliane Hoffman.
Es gibt bisher nur wenige Bücher, die mich so gefesselt haben - aber um die mal aufzuzählen:

  • Ken Follett ~ Die Säulen der Erde
  • Stephen Lawhead ~ Der Sohn der grünen Insel
  • Ken Follett ~ Die Tore der Welt
Die Thriller von John Grisham und R.J. Pineiro liebe ich genauso, allerdings habe ich dafür etwas länger gebraucht und nicht dermaßen dran geklebt.
In CUPIDO geht's um eine Jura-Studentin, die abends von einer Verabredung nach Hause kommt, ein paar Sachen nicht so vorfindet, wie sie sie zurückgelassen hat, dadurch ein bisschen stutzig wird, sich aber nicht weiter Gedanken darüber macht. In dieser Nacht wird sie Opfer einer schlimmen Vergewaltigung und sieht am Morgen danach ihr Leben in Trümmer zersplittert.
12 Jahre später hat sie einen anderen Nachnamen angenommen und Staatsanwältin in Miami. Als sie den Fall eines Serienmörders verhandelt, glaubt sie dem entronnenen Alptraum wieder ins Gesicht blicken zu müssen...
Ich war überrascht, mit welch grausamen Details eine Frau ihr erstes Werk bestücken kann! Von Joy Fielding kenne ich das beispielsweise nicht, auch wenn sie genauso erotische Elemente in ihren Krimis einsetzt. Aber hier geht's von der ersten Seite an wirklich zur Sache. Und jedes Mal, wenn man glaubt des Rätsels Lösung auf der Spur zu sein, wendet sich das Blatt wieder in eine andere Richtung.
Sehr toll geschrieben, ich hab die letzten drei Tage wirklich am Buch geklebt!
Die Übersetzung ist zwar auch sehr gut, aber nicht perfekt. Auch hier stört mich, dass man Wörter wie "dafür" oder "davon" zu vergessen haben scheint, stattdessen werden eben "für das" und "von dem" verwandt. Kann ich gar nicht haben!
Das nächste Buch namens "Morpheus" hab ich schon im Auge, das ist die Fortsetzung. Freu mich schon total!

Donnerstag, 13. August 2009

13. August 2009

Heute ist der 13. August 2009 und wie meinem letzten Blogeintrag zu entnehmen, der Stichtag für die Namensbehörde in Bezug auf meine Stellungnahme zur geplanten Ablehnung meiner Namensänderung. Bin gespannt, ob sie sich schon damit auseinander gesetzt haben oder wieder fünf Wochen auf eine Antwort warten lassen.
Heute ist drei Tage nach Beginn des neuen Schuljahrs. Für meine Klassen"kameraden" und mich bedeutet das bisher drei neue Lehrer - eine äußerst positive, eine negative und eine noch nicht richtig einzuschätzende Veränderung. Der Stundenplan ist angenehmer ausgefallen, als erwartet; allerdings ist es vollkommen überflüssig freitags gleich mal vier Stunden hintereinander das gleiche Lernfeld zu haben.
Heute ist auch zwei Tage nach Papas Geburtstag. Er wäre 51 geworden, und aus diesem Anlass ist seine Schwester aus Spanien nach Deutschland gekommen und wollte mit mir zum Friedhof gehen. Dieser Plan ist aus diversen Gründen gescheitert: Ich hab total vergessen ihr meine neue Handynummer zu geben. Mein Zeitplan am Dienstag war außerdem nicht gerade der günstigste. Und zu guter Letzt war es ihrer anscheinend auch nicht, denn als ich sie dann noch anrief, war sie bereits seit fünf Minuten in Richtung ihrer alten Heimat, nach Berlin, unterwegs.
Das war aber nur eines von vielen Dingen an diesem Tag, auf die ich gerne verzichtet hätte. Er fing damit an, dass ich morgens im Unterricht auf einmal beim Einatmen stechende Schmerzen in der Brust verspürte. Panik machte sich in mir breit, weil ich daran denken musste, dass Papa an einem Herzinfarkt gestorben ist, und mich fragte, ob ich mit seinen Genen in der Hinsicht nun auch gefährdet bin.
Aber genauso plötzlich, wie sie kamen, waren die Schmerzen dann auch wieder weg.
Die Pechsträhne ging nachmittags weiter, als ich auf dem Weg ins Büro war und auf nassem Grund und in schickem Arbeitsoutfit ausrutschte. Mehr als der Schreck blieb darüber zum Glück nicht zurück, aber einem Beamten - der sich dann als Staatsanwalt herausstellte - hätte ich in schmutzigen Klamotten eher nicht gegenüber treten wollen.
Zu guter Letzt hab ich abends dann noch eine ziemlich unterkühlte e.Mail lesen dürfen, deren Inhalt in dieser Form eigentlich gar nicht zu Stande kommen dürfen hätte, da ich dem Absender vorher bereits mitgeteilt hatte, dass ich eben keine "Befindlichkeiten" gegenüber der betroffenen Person hätte, aber einfach mal eine Pause von dem Thema bräuchte.
Über diesen Tag hätte ich dann gerne auch noch geredet, aber mein Anzeigebild bei MSN (Papa) sorgte anscheinend schon für genügend Information, um nicht weiter nachzufragen. Schade, auch über sowas kann man sich ja unterhalten - aber anscheinend war das die Rache dafür, dass ich mich vor nicht allzu langer Zeit mal genauso taktlos verhalten habe.
Schnee von gestern.
Apropos gestern: Da hatte ich dann das erste Mal Besuch von meiner Schwiegerschwester, die in C jetzt eine Ausbildung zur Physiotherapeutin angefangen hat und damit in drei Jahren zur Elite gehören wird, da die FORTIS Akademie einen ausgezeichneten Ruf genießt.
Wir haben während des Fußballs ausgiebig geplaudert, was bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein wird. Dafür überfallen Schnappi und ich sie dann am Sonntag nach meinem Geburtstag mal in ihrer Wohnung. So ist das bisher jedenfalls geplant.
Und wo ich gerade beim Stichpunkt Pläne bin: Kann jemand einen guten Anbieter für eine Homepage empfehlen, auf die ich mit meinem Blog umziehen könnte?

Dienstag, 4. August 2009

No Comment

Sehr geehrte Frau Reif,

die Stadt Chemnitz beabsichtigt, den Antrag vom 23.06.2009 auf Änderung Ihres Familiennamens von "Reif" in "Prauka" abzulehnen. (Welch Überraschung.)

Nach § 3 Namensänderungsgesetz darf ein Familienname nur geändert werden, wenn ein wichtiger Grund die Namensänderung rechtfertigt. Der Familienname ist ein wichtiges Identifizierungsmerkmal. (Wer mein Anliegen begriffen hat, versteht auch, dass genau DAS mein Hauptargument für den Antrag war.) Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn das schutzwürdige Interesse des Antragstellers an der Namensänderung überwiegt gegenüber den (Tippfehler oder scheiß Grammatik?) etwa entgegenstehenden schutzwürdigen Interesse anderer Beteiligter und den in den gesetzlichen Bestimmungen zum Ausdruck kommenden Grundsätzen der Namensführung, zu denen auch die soziale Ordnungsfunktion des Namens und das öffentliche Interesse an der Beibehaltung des überkommenen Namens gehört. (Ich wusste nicht, dass sich auch nur irgendwer im Ansatz für meinen Nachnamen interessiert geschweige denn, dass jemand einen Nachteil davon hätte, würde ich auf einmal Prauka heißen.)

Zu ihrem Vorbringen, dass Sie keine Beziehung zum geführten Familiennamen hätten, da es sich um den Familiennamen des Ex-Ehemannes Ihrer Mutter und des Vaters Ihres Halbbruders handele (an diese Stelle gehört übrigens ein Komma, Frau achso korrekte Beamtin J.) wird festgestellt, der von Ihnen seit Ihrer Geburt geführte Geburtsname, (hier käme nun kein Komma hin) hat seit dieser Zeit praktische Bedeutung als Identifizierungsmittel für Sie erlangt. Die für Ihre persönliche Entwicklung wesentlichen Ereignisse sind untrennbar mit diesem Namen verbunden. Sie haben im Umfeld ihres Halbbruders (Wessen jetzt? Wer soll sie sein?) und Ihrer Mutter (aha, Tippfehler also), die ebenfalls den Familiennamen "Reif" tragen, gelebt und es ist davon auszugehen, dass diese Familie während Ihrer Entwicklung Ihren Lebensmittelpunkt bildete. (Richtig, und dazu gehörte mein Papa Jens Prauka auch.)

Das Sie (hier wäre wohl eher ein "dass" fällig, es folgt schließlich kein Substantiv) mit der Annahme des Familiennamens Ihres Vaters dessen Andenken würdigen und Ihre Liebe zum Ausdruck bringen möchten und die Erinnerung bei Bekannten und Freunden wach halten möchten stellt keinen wichtigen Grund im Sinne des Namensänderungsgesetzes dar. (Die Frau hätte mal beim Thema Zeichensetzung und Menschlichkeit besser aufgepasst, als ständig auf Paragrafen herumzureiten.) Es wird dabei nicht die persönliche Verarbeitung des Verlustes eines geliebten Menschen verkannt. (Aha.)
Das Aussterben eines Familiennamens rechtfertigt für sich allein eine Namensänderung nicht. Ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung des Familiennamens konnte nicht festgestellt werden. (Wenn Frau J. aus meiner Begründung das Aussterben als einzigen Grund herausgelesen haben will, ist ihre Inkompetenz weit fortgeschrittener, als ich dachte.)

Vor der Entscheidung wird Ihnen Gelegenheit gegeben, sich bis zum 13.08.2009 schriftlich bei oben genannter Behörde gem. § 28 Verwaltungsverfahrensgesetz zu äußern und günstige Umstände darzulegen. (Zu freundlich.)

Weiterhin teilen wir Ihnen mit, dass Sie die Möglichkeit haben, Ihren Antrag auf Familiennamensänderung zurückzunehmen. (ROFL!)

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

J.


Donnerstag, 30. Juli 2009

Selbst ist die Braut

Gestern stand mal wieder eine CineLady an, auf die ich mich auch schon ziemlich gefreut hatte! Anscheinend war ich nicht die Einzige, der es so ging, denn zu jedermanns Überraschung war der Kinosaal seit Langem erfreulich gefüllt.
Als Appetithäppchen gab's diesmal passend zum Filmtitel Hochzeitstorte, die fantastisch geschmeckt hat, ein paar Pralinen und Obst in Form von Erdbeeren und Weintrauben. Mjammie! Den Prosecco brauch ich an dieser Stelle ja nicht zu erwähnen, der ist eh immer dabei. Und wird bei mir übrigens auch nur selten alle, weil ich nicht so auf Sekt abfahre.
Übrigens hab ich beim Anstehen an der Schlange für die Naschereien auch meine Cousine getroffen, die neben 12 anderen Mädels so mutig war sich für das Gewinnspiel auf die Bühne zu trauen. Allerdings war selbiges wieder etwas unangenehmerer bzw. kreativerer Natur, denn die Kandidatinnen mussten sich überlegen, was das Frechste war, das sie bisher mit ihrem Partner erlebt haben. Etwas zu erzählen gewusst haben nur drei, wovon eine Geschichte eher romantisch war. Wenn das das entscheidende Kriterium gewesen wäre, hätte ich auch von einem ganz tolle Erlebnis zu berichten gewusst, womit ich bestimmt aus eigener Kraft auch einen Preis bekommen hätte - und nicht durch "Auf die Plätze, fertig, los!", wie es vom Moderator danach mangels Zeit praktiziert wurde.
Der Film selber war dann auch ein ziemlicher Kracher, wie ich finde. Es geht darin um eine Herausgeberin, die als Chefin in ihrer Firma recht unbeliebt, weil hochnäsig und nicht im Ansatz sympathisch oder menschlich ist. Als sie erfährt, dass sie demnächst wieder in ihre Heimat Kanada ausgewiesen wird, schnappt sie sich kurzer Hand ihren Assistenten und verkündet spontan ihre baldige Hochzeit.
Allein das Minenspiel von Ryan Reynolds in dieser Szene ist so genial, dass ich mich vor Lachen bald nicht mehr eingekriegt hab.
Weil der 90. Geburtstag seiner Großmutter ansteht und die Einwanderungsbehörde ob der eher unglaubwürdigen Romanze zwischen den zweien sehr skeptisch ist, müssen sie über das Wochenende alles über einander lernen, um die getrennte Vernehmung zu überstehen und nicht im Gefängnis zu landen.
Das ist die erste Komödie seit langer Zeit, die ich von ganzem Herzen weiterempfehlen kann, vor allem Ryan Reynolds überzeugt.